Virtuell Wandern – so geht’s

Manchmal sind bestimmte Ort für uns unerreichbar. Das gilt auch für Wanderwege. Die Gründe dafür können sehr individuell sein wie zum Beispiel eine zu knappe Urlaubskasse oder auch generelle Einschränkungen beim Reisen wie durch die Pandemie. Doch für all jene mit etwas Vorstellungsvermögen und Flexibilität gibt es eine spannende Alternative: virtuell wandern auf deinem unerreichbaren Traumwanderweg.

Für wen ist virtuell Wandern geeignet?

Während der Pandemie sind wir eigentlich alle dafür geeignet. Viele Wanderwege sind entweder nicht erreichbar oder die Infrastruktur entlang des Wegs ist eingeschränkt bzw. temporär nicht vorhanden. Aber es gibt noch andere Gründe, warum eine virtuelle Wanderung eine Option für dich sein könnte:

  • Du scheust die Anreise zu deinem Wunsch-Wanderweg, da du zum Beispiel Flugangst hast oder dein Budget nicht ausreicht
  • Du träumst von einem bestimmten Wanderweg, dessen technische, organisatorische oder psychische Bewältigung du dir aber nicht zutraust
  • Du möchtest einen Wanderweg als gedankliches Ziel und Ansporn für eine bestimmte Strecke nutzen

Das sind nur einige Beispiele. Vielleicht fallen dir noch weitere Gründe ein.

Quelle: Pixabay/Pexels

Wie funktioniert virtuell Wandern?

Wenn du das Wort „virtuell“ hörst, denkst du vielleicht an klobige Virtual Reality Brillen oder verschiedene internetbasierte Anwendungen. Einige davon habe ich in meinem Artikel Reisen während Corona aufgelistet. Aber körperliche Aktivitäten kommen dir vermutlich weniger in den Sinn.

Tatsächlich ist es eine Kombination aus

  • Wandern an einem Ort deiner Wahl
  • virtueller Fortschritt auf deinem Traumwanderweg

Das heißt, dass deine gelaufenen Kilometer auf einer Karte des gewählten Wanderwegs dargestellt werden. Meist zählen aber nicht nur gewanderte Kilometer, sondern auch gejoggte, geradelte oder auch geschwommene Kilometer.

Bei manchen Anbietern gibt auch die Möglichkeit, mit einer Sportart Stunden oder Punkte zu sammeln. Diese Stunden/Punkte werden dann auf die Gesamtstrecke angerechnet. Diese Möglichkeit besteht, wenn für eine Sportart keine Kilometern zurückgelegt werden. Du kannst einen Wanderweg also theoretisch auch mit Yoga bewältigen 😉

Es gibt inzwischen einige Anbieter, die solche Events anbieten (einige Beispiele findest du unten). Und sie alle funktionieren prinzipiell auf ähnliche Weise:

  • zu einem Event anmelden
  • sportliche Aktivität tracken und ggf. hochladen
  • online den Fortschritt verfolgen
  • am Ende eine Medaille oder Urkunde erhalten

Eigene Erfahrungen auf einem virtuellen Wanderweg

Shelly von Weltenspatz und ich hatten uns bei GVC (Great Virtual Challanges) angemeldet. Die Nennung könnte man natürlich als Werbung bezeichnen, aber wir haben beide ganz brav selbst bezahlt 😉

GVC ist ein Anbieter, der die Bildung von Teams erlaubt. Das heißt, dass die gesammelten Kilometer aller Mitglieder addiert werden. Ein solches Team haben wir eingerichtet und arbeiten nun gemeinsam an den insgesamt 780km des berühmten Jakobswegs.

Verfolge unsere Wanderung im Tagebuch des virtuellen Jakobswegs. Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert, bis wir gemeinsam Santiago de Compostela erreicht haben.

Du könntest jetzt natürlich sagen, dass keine von uns beiden wirklich die Strecke bis Santiago de Compostela laufen wird. Das ist durchaus richtig, aber darum muss es bei einer virtuellen Wanderung ja auch nicht unbedingt gehen.

Da wir eigentlich Zuhause sind, ist die Situation ohnehin eine ganz andere als bei einer normalen Wanderung auf einem Fernwanderweg. Unser Ziel ist die Teamleistung und ich freue mich über den Ansporn, den das Team bietet. Denn schließlich wollen wir uns nicht von unserem Teampartner abhängen lassen 😉

Jakobsweg virtuell
Kilometer 0 auf der virtuellen Karte

Letztendlich ist es dir überlassen, ob es dir bei einer virtuellen Wanderung um die Strecke, das virtuelle Event an sich oder ein gemeinsam erreichtes Ziel geht. Das ist ein weiterer Vorteil des virtuell Wanderns, da der tatsächliche Wanderweg diese Optionen nicht bieten kann.

Vorteile von virtuellen Wander-Events im Überblick

Einige Vorteile hatte ich ja bereits direkt oder indirekt genannt. Trotzdem möchte ich sie hier noch einmal auflisten und ergänzen:

  • oftmals kostengünstiger als eine Reise zu und auf dem jeweiligen Wanderweg
  • Bestimmung des eigenen Schwierigkeitsgrads (Steigung, Strecke, Häufigkeit der Wanderungen)
  • problemlos neben dem Alltag möglich, da freie Zeiteinteilung innerhalb einer oft vorgegebenen Frist (z. B. 15 Monate)
  • schlafen im eigenen Bett
  • während der meisten Reisebeschränkungen möglich
  • Motivation durch gestecktes Ziel
  • auch im Team möglich

Anbieter für virtuelle Wanderungen

Es gibt inzwischen einige Anbieter für virtuelle Events und im Großen und Ganzen funktionieren sie alle auf ähnliche Weise. Meist handelt es sich um Laufevents, die zum Teil zu festen Terminen stattfinden und die Sportart vorgeben.

Hier eine kleine Auswahl, die ich beim Recherchieren gefunden habe:

virtuell wandern
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Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.




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8 Gedanken zu „Virtuell Wandern – so geht’s“

  1. Hallo Verena,

    Jetzt noch eine letzte (dumme) Frage. Dann hab ich es hoffentlich kapiert.

    Wenn ich das virtuell laufe ,wie zeigt komoot das an? Als die virtuelle Strecke oder das was ich wirklich gelaufen bin?

    Danke für die Geduld

    Viele Grüße
    Heiko

    Antworten
    • Hallo Heiko,

      gar kein Problem 😉 Dann habe ich es wohl nicht eindeutig genug erklärt…

      Der Anbieter einer virtuellen Tour stellt dir in deinem Account ein Kilometerkonto zur Verfügung. Wenn du deine Touren mit Komoot trackst, musst du sie anschließend beim Anbieter hochladen. Das funktioniert je nach Anbieter unterschiedlich: bei GVC ist ein kostenloser Strava-Account am komfortabelsten, bei The Conqueror tippt man einfach die geleisteten Kilometer ein. Es gibt natürlich noch mehr Anbieter und sie alle funktionieren ein bisschen anders. Aber das Grundprinzip ist immer, dass du ein Kilometerkonto fütterst.

      In deinem Account siehst du dann mit jeder hochgeladenen Wanderung den Fortschritt auf der Gesamtstrecke. Einmal angenommen du machst jeden Abend eine 5km-Runde, dann hast du nach einer Woche 35km von 780km auf deinem Kilometerkonto.

      Auf Komoot wirst du also immer nur die einzelnen Wanderungen sehen. Nur bei deinem Anbieter wird es als virtuelle Wanderung dargestellt.

      Liebe Grüße

      Verena

      Antworten
      • Hallo Verena

        Okay, dann denke ich, dass ich es verstanden habe.
        Da ich mit komoot laufen würde, kann ich jede beliebige Tour hochladen, bzw. Mein Vater parallel.

        Vielen Dank, wenn ich es ausprobiere kann ich ja mal berichten ob es geklappt hat.

        LG

        Heiko

        Antworten
        • Hallo Heiko,

          oh ja, unbedingt. Ich selbst finde das virtuelle Wandern vor allem unter den aktuellen Bedingungen super. Aber ich wüsste natürlich auch gerne, wie andere das empfinden und erleben.

          Ich wünsche euch beiden viel Spaß 🙂

          Liebe Grüße

          Verena

          Antworten
  2. Hallo,
    Das klingt sehr spannend, ich folge Dir bereits auf komoot.
    Wenn man virtuell den Jakobsweg läuft zählt das nicht vergleichbar mit dem „echten“?

    Viele Grüße

    Antworten
    • Hallo Heiko,

      nun, dasselbe ist es natürlich nicht. Da man unterwegs keine Stempel für den Pilgerpass sammeln kann, bekommt man am Ziel keine offizielle Urkunde, und das Feeling ist zweifellos auch nicht vergleichbar. Es ist eher ein Ziel für den Kopf, um die Strecke zu bewältigen.

      Über den Winter fand ich das super, weil es mich unheimlich zum Wandern motiviert hat. Sonst hätte ich die kalten Monate sicher hauptsächlich auf der gemütlichen Couch im warmen Wohnzimmer verbracht 😉

      Liebe Grüße

      Verena

      Antworten
      • Hallo Verena,

        Okay. Diese Urkunde ist dann nur von dem Anbieter quasi?

        Ich dachte das wäre ne Alternative mit meinem Vater, da wir mit ihm da eher nicht hinfliegen.

        Liebe Grüße

        Heiko

        Antworten
        • Hallo Heiko,

          spontan fallen mir zwei Anbieter ein, die den Jakobsweg als virtuelle Tour anbieten. Von beiden gibt es am Ende eine Medaille und eine Urkunde, die jedoch nichts mit der offiziellen Pilgerurkunde zu tun hat.

          Wie gesagt, virtuelle Wanderungen sind vor allem Motivatoren, weil man sich damit ein greifbares Ziel setzen kann. Das Original können sie aber nur bedingt ersetzen.

          Liebe Grüße

          Verena

          Antworten

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