Wandern im Allgäu – Wildes Wasser mal anders

Alpe Neugschwend

Diese Wanderung ist an den Premiumwanderweg „Wildes Wasser“ angelehnt. Sie führte uns von der Hündle-Bergstation über die Buchenegger Wasserfälle zurück zu unserem Berggasthof in Steibis. Der Weg bot schöne Aussichten, die urige Alpe Sonnhalde und Erfrischung am eindrucksvollen Wasserfall.

Abwandelung des Premiumwanderwegs Wildes Wasser

Der Premiumwanderweg „Wildes Wasser“ ist normalerweise ein Rundweg, der an der Hündlebahn beginnt und endet.

Das „Original“ inkl. Karte findest du auf der Seite des Wanderinstituts e.V., das auch für die Zertifizierung der Premiumwanderwege zuständig sind.

Gisela vom Berggasthof St. Ullr in Steibis empfahl uns eine schöne Abwandelung des Wegs, der uns von der Bergstation der Hündlebahn über die urige Alpe Sonnhalde und die Buchenegger Wasserfälle zurück nach Steibis führte.

Auf diesem Weg noch einmal vielen Dank für den Tipp!

  • Start: Hündlebahn
  • Ziel: Steibis
  • Länge: 9,6km
  • Dauer: ca. 3 Std.
  • Höhenmeter: 180m hoch, 360m runter
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel (meine Meinung)

Abschnitt 1: Hündlebahn – Alpe Sonnhalde

Hündlebahn

Von der Bergstation der Hündlebahn biegt man nach links ab und folgt den Schildern und Markierungen des Premiumwanderwegs Wildes Wasser in Richtung Moos-Alpe.

Der breite, geschotterte Weg verläuft mit nur geringen Höhenunterschieden vorbei an der Sennalpe Obere Hündle (Schaukäserei) und weiter zwischen eingezäunten Weiden und den Ausläufern kleiner Wäldchen. Man hat immer wieder eine schöne Aussicht auf den einige Kilometer entfernten Großen Alpsee.

Alpsee in der Ferne

Man verlässt den geschotterten Weg und folgt weiter dem Weg in Richtung Moos-Alpe. Der Weg führt einen Hang hinunter und man kann die neu gebaute Moos-Alpe sehen.

Als wir diese Wanderung gemacht haben, wurde noch am Innenausbau gearbeitet. Wann die Alpe wiedereröffnet werden soll, war zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht bekannt.

Vor der Moos-Alpe
Klein, aber ja, das bin ich bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen: der Jagd nach Schmetterlingen.

Anstatt rüber zur Moos-Alpe zu gehen, biegt man nach recht in den Wald ab. Bei unserer Wanderung war der meist schattige Wald eine willkommene Abkühlung.

Weg durch den Wald

Der Weg schlängelt sich leicht bergab, teilweise an einem Bach entlang und führt weiter zum Abzweig in Richtung Alpe Sonnhalde.

Diese liegt zwar streng genommen nicht auf dem Weg, aber die 393 Meter hin und zurück lohnen sich: die Alpe Sonnhalde ist so richtig schön urig. Man sollte sich auch unbedingt einmal den Innenbereich anschauen.

Abschnitt 2: Alpe Sonnhalde – Buchenegger Wasserfälle

Nach dem Stopp an der Alpe Sonnhalde läuft man die 393m wieder zurück zum Abzweig und geht nach links weiter.

Schon nach wenigen hundert Metern kommt man an der Ochsenschwand Alpe vorbei und später an der Treppe zur Bärenschwand-Alpe. Man folgt aber weiter dem breiten Hauptweg bis zu einem Parkplatz am Waldrand.

Naturwaldreservat Achrain

Dem Wegweiser „Buchenegger Wasserfälle“ folgend überquert man den Parkplatz und betritt das Naturwaldreservat Achrain. Es gehört zu den ältesten Reservaten dieser Art in Bayern und wird nicht forstwirtschaftlich genutzt. Das Reservat liegt im Bereich der tief eingeschnittenen Schlucht, in die sich die Weisach gegraben hat.

Und wie die Bezeichnung „tief eingeschnittene Schlucht“ schon andeutet, erreicht man die Buchenegger Wasserfälle nur, wenn man einige Höhenmeter in kurzer Zeit hinabsteigt.

Wildes Wasser: Buchenegger Wasserfälle

Beim Abstieg sollte man immer wieder einmal die Wasserfälle zwischen den Bäumen suchen. Denn nur von hier oben kann man die beiden Stufen der Buchenegger Wasserfälle sehen.

Abstieg zu den Wasserfällen
Die anfangs weit auslaufenden Serpentinen mit geringem Gefälle werden vor allem zu Ende hin anspruchsvoller.

Hat man den steilen Hang geschafft, führt eine Brücke über die Weisach. Von hier kann man bei warmen Temperaturen schon zahlreiche Badegäste sehen. Naja, Badegäste ist übertrieben, da das Wasser des Bachs kaum bis zum Knie reicht. Aber für eine Abkühlung in dem kalten Wasser reicht das vollkommen.

Brücke über die Weisach

Direkt an den Bach Weisach bzw. zum Wasserfall kommt man leider nur mit einer kleinen Kletterpartie: von der Brücke kommend entweder beim ersten Weg nach unten über kurzen Hang oder ein Stück weiter über die Leiter. Ich empfehle Variante 2, denn der Hang bietet nur wenig Halt.

Abschnitt 3: Buchenegger Wasserfälle – Steibis

Schon beim Abstieg zu den Wasserfällen haben wir das erste Donnergrollen gehört. In den Bergen habe ich ziemlichen Respekt vor Gewittern. Vor allem wenn man sich in einer Schlucht befindet, möchte man nicht gerade von heftigem Regen überrascht werden.

Also raus aus der Schlucht, denn wirklich wildes Wasser will ich nicht erleben!

Der Weg nach oben ist etwas anstrengend, was aber auch an der ungünstigen Länge der Stufen liegt. Hat man die Stufen erst einmal hinter sich gebracht, geht es nur noch mäßig bergauf.

Mein Tipp: Alpe Neugschwend

Das nächste Ziel war klar: die Alpe Neugschwend, die bei unseren Aufenthalten in der Region immer ein Muss ist (Ruhetag Mittwoch).

Hier wird zwar nur der Außenbereich bewirtschaftet und etwas zu Essen steht auch nicht mehr auf der Karte, aber der Senner Anton hat eine unglaublich herzliche Art. Sein genaues Alter kenne ich nicht… angeblich soll er über 80 Jahre alt sein. Aber er betriebt die Alpe noch immer selbst, bedient seine Gäste und setzt sich gerne für ein kurzes Schwätzchen dazu.

Wegweiser zur Alte Neugschwend

Der Weg verläuft anfangs durch den Wald. Als wir diesen nach etwa 15 Minuten verließen, begann es ganz leicht zu tröpfeln. Wir wurden also deutlich schneller.

Die Alpe Neugreuth hätte wenige Minuten vor Neugschwend gelegen. Aber einmal davon abgesehen, dass montags Ruhetag ist und wir uns nur hätten unterstellen können, hielten wir an unseren Ziel Neugschwend fest. Also liefen wir weiter.

Gerade mit Einsetzen des Regens erreichten wir die Alpe und konnten uns bei anderen Regenflüchtlingen dazusetzen.

Alpe Neugschwend
Die Alpe Neugschwend zwei Tage zuvor bei schönem Wetter.

Weiter nach Steibis

Als der Regen nachließ, machten wir uns auf den Weg nach Steibis.

Hierfür folgt man dem Weg weiter und biegt durch das Gatter nach rechts ab in Richtung Steibis. Man muss nur noch dem Weg durch den Wald folgen, bis er aus diesem herausführt (ca. 800m). Unterwegs stehen einige Informationstafeln zum Wald und seinen Bewohnern sowie ein paar interessante Anschauungsobjekte:

Brennholz
Der Vergleich Brennholz – Heizöl.
Spielplatz? Holztraktor
Dazu muss ich vermutlich nicht viel sagen… 🙂

Sobald man den Wald verlässt, läuft man bis zur Straße und biegt nach rechts ab in Richtung Steibis (ca. 10 Minuten).

Wer von Steibis weiter nach Oberstaufen muss, kommt unterwegs an einer Haltestelle der Buslinie 95 vorbei. Der Busfahrplan ist unten verlinkt.

Das Unwetter nach unserer Wanderung

Wir sind zwar trocken in Steibis angekommen, mussten für das Abendessen aber nochmal raus.

Ein kurzer Sprint brachte uns zum Auto, doch auf dem Weg zum Berggasthof Auwinkel an der Imberg Talstation begann es heftig zu regnen. Michael setzte mich direkt an der Tür ab, parkte das Auto und rannte mit Einsetzen des Hagels selbst zum Restaurant.

Von drinnen beobachteten wir sorgenvoll, wie der heftige Hagel auf unser Auto prasselte. Glücklicherweise wurden die Hagelkörner nicht größer als 1cm und der Lack nahm keinen Schaden.

Abends ließen wir uns noch etwas vom Fernseher berieseln, während die Blitze draußen für eine Lightshow sorgten. Dann zuckte wieder ein Blitz… taghell und fast zeitgleich grollte ein heftiger Donner, der nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren war. Und zack war das Licht aus.

Es war der letzte Blitz an diesem Abend… der letzte macht das Licht aus… 🙂

Wissenswertes

Oberstaufen Plus Karte

Oberstaufen Plus Karte

Diese kostenlose Gästekarte bekommt man bei über 300 Gastgebern in und um Oberstaufen. Vorteile der Karte:

  • Eine kostenlose Berg- und Talfahrt pro Tag mit der Hochgrat-, der Imberg- oder der Hündlebahn inbegriffen.
    ACHTUNG: die Fahrten sind immer nur bei einer Bergbahn pro Tag möglich. Nutzt man unterschiedliche Bergbahnen, muss für eine Fahrt ein Ticket gekauft werden.
  • Oder man geht stattdessen ins Erlebnisbad Aquaria in Oberstaufen. Beispielsweise bei schlechtem Wetter.
  • Zusätzlich sind die Buslinie 95 Oberstaufen-Steibis-Imbergbahn-Hochgratbahn sowie Linie 39 nach Immenstadt kostenlos.
  • Viele weitere Vorteile… hier findest du mehr Informationen.

Anreise zur Hündlebahn

Da es sich bei dieser Wanderung nicht um einen Rundweg handelt, empfiehlt sich die Anreise mit dem Bus. Kommt man wie wir aus Steibis, fährt man mit dem Bus der Linie 95 zunächst bis Oberstaufen (hier der Busfahrplan).

Ab Oberstaufen fährt man mit dem Bus der Linie 39 in Richtung Immenstadt und steigt entweder direkt an der Hündlebahn oder wenige Gehminuten entfernt am Bahntunnel aus (die Hündlebahn wird nicht immer angefahren, hier der Fahrplan)

Beide Fahrten sind mit der Oberstaufen Plus Karte kostenlos.

Einkehrmöglichkeiten

Auf dieser Wanderung wird niemand verhungern oder verdursten.

  • Hündle Berggaststätte
    Direkt neben der Bergstation mit Sonnenterrasse
  • Sennalpe Obere Hündle
    In der Schaukäserei bekommt man Bergkäse von den Kühen, die auf der Weide gegenüber stehen
  • Moos-Alpe
    Nach dem Neubau war zum Zeitpunkt unseres Besuchs noch kein Wiedereröffnungstermin bekannt
  • Alpe Sonnhalde
    Urige Alpe sehr schönem Außenbereich und schlankem, aber ausreichendem Angebot
  • Ochsenschwand Alpe
    Es war etwas zu Trinken angeschrieben, der Umfang des Gesamtangebots ist aber unklar
  • Alpe Neugreuth
    Größere Alpe mit schönem Außenbereich, meist voll – also vermutlich gut
  • Alpe Neugschwend
    Kleine Alpe, die nur über einen Außenbereich verfügt und nur Getränke ausschenkt

 


Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.


 

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