Wandern im Allgäu – Premiumweg Luftiger Grat

Wandern im Allgäu zählt für mich zu den schönsten Kurzurlauben. Die Vielzahl der Wanderwege, die perfekte Ausschilderung und die ideale Infrastruktur ziehen mich seit Jahren immer wieder in die Region um Oberstaufen. Mein persönliches Highlight dort ist der Premiumwanderweg „Luftiger Grat“… und der Name ist Programm.

Der Premiumwanderweg „Luftiger Grat“

Hochgrat Panorama

Der Premiumwanderweg „Luftiger Grat“ führt von der Bergstation der Hochgratbahn (ca. 1700m) entlang des Grats zunächst bis zum Berggasthof Falkenhütte (ca. 1400m). Der Weg ist abwechslungsreich und bietet spektakuläre Aussichten in den Naturpark Nagelfluhkette. Bei gutem Wetter kann die Sicht bis zum Bodensee, dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alp reichen. Dieser Abschnitt gibt als alpin und erfordert Trittsicherheit und Kondition.

Ab der Falkenhütte geht es hinunter ins Tal (ca. 1000m) zum Berggasthof Oberstiegalpe, über den Lanzenbach und vorbei an der Remmeleck-Alpe wieder hoch zur Bergstation der Imbergbahn (ca. 1200m).

  • Start: Hochgratbahn
  • Ziel: Imbergbahn
  • Länge: 9,9km
  • Dauer: ca. 4:45Std.
  • Höhenmeter: 490m
  • Schwierigkeit: schwer

Hier findest du den Link zum Deutschen Wanderinstitut e.V., das für die Zertifizierung der Premiumwanderwege verantwortlich ist. Auf der Seite gibt es auch eine interaktive Karte, die GPX-Daten und druckbares Kartenmaterial.

Meine Einschätzung des Schwierigkeitsgrads

Was den Schwierigkeitsgrad angeht, so würde ich die Wanderung nicht unbedingt als schwer einstufen. Ich würde sie eher als „mittel mit anspruchsvollen Passagen“ bezeichnen. Doch diese können offensichtlich auch von weniger trainierten Wanderern wie mir bewältigt werden.

Aber ich empfehle die Wanderung definitiv nur mit festen, knöchelhohen Wanderschuhen und ggf. Wanderstöcken. Darüber hinaus genug zum Trinken, eventuell einen Snack und Sonnencreme.

Bei schlechtem Wetter rate ich von der Wanderung ab.

1. Abschnitt: Vom Hochgrat zur Falkenhütte

Die Talstation der Hochgratbahn befindet sich etwa 10km südlich von Oberstaufen. Mit einer kleinen Gondel erreicht man in 15 Minuten die Bergstation auf etwa 1700m (hier die Öffnungszeiten).

Schilder und Markierungen

Oben angekommen, folgt man den Schildern zur Falkenhütte bzw. den Schildern und Markierungen „Luftiger Grat“.

Zwischenstopp für Gipfelstürmer

Schon kurz nach dem Eingang zum Wanderweg kann man mit dem Seelekopf einen Gipfel mit einer Höhe von 1663m erklimmen. Okay, eine Herausforderung ist der Gipfel nun wirklich nicht 😉 (das Gipfelkreuz ist links im Bild zu sehen).

Gipfel des Seelekopf

Wanderimpressionen

Der Wanderweg verläuft in der Nähe des Grats, teilweise entlang der Ländergrenze. Immer wieder hat man schöne Aussichten ins Allgäu auf der rechten und Österreich auf der linken Seite. Aber auch die Bergkette selbst und der Wanderweg lenken immer wieder vom Wandern ab. Michael nannte unsere diesjährige Wanderung: Fotoausflug mit Wanderunterbrechung… Zugegeben, wir waren viel länger unterwegs, als nötig gewesen wäre.

Hier ein paar Impressionen. Fahre mir der Maus über die Bilder oder vergrößere sie, um mehr Informationen zu erhalten.

Die Herausforderungen des alpinen Abschnitts

Wie bereits eingangs erwähnt, gilt der Streckenabschnitt Hochgrat – Falkenhütte als alpin. Dieses Teilstück des Luftigen Grats sollte man nicht unterschätzen, kann aber mit Trittsicherheit und etwas Kondition durchaus bewältigt werden.

Der Weg hat ebene Passagen, meist sind aber Steine oder Wurzeln zu überschreiten. Manchmal müssen auch Felsen überquert werden. Hierfür stehen teilweise Stahlseile und/oder Trittbleche zur Verfügung.

ebener Wanderweg

Stahlseil am Grat
Hier führt der Weg direkt am Grat entlang und ist durch ein Stahlseil gesichert.

Auf den nachfolgenden Bilder ist die ganze Bandbreite der Herausforderungen aufgeführt: Stolperfalle Wurzel, Fels mit Stahlseil und die spannende Kombination aus Trittblechen, Wurzeln und Stahlseil.

Ziel der ersten Etappe: Berggasthof Falkenhütte

Das Ziel des ersten Wanderabschnitts ist der Berggasthof Falkenhütte. Hier kann man gut einkehren (Montag Ruhetag), aber man darf keine urige Hütte erwarten. Der Berggasthof ist groß, modern und zieht wegen seiner strategisch günstigen Lage viele Gäste an.

Fertige Gerichte werden über die Bon-Nummer ausgerufen… naja, das ist Geschmackssache. Aber das Angebot an Speisen und Getränken ist groß und lecker.

Berggasthof Falkenhütte

2. Abschnitt: Von der Falkenhütte zur Bergstation der Imbergbahn

Wanderung mit alternativem Ende

Offiziell geht es ab der Falkenhütte hinunter ins Tal zum Berggasthof Oberstiegalpe und über den Lanzenbach wieder hoch zur Bergstation der Imbergbahn.

Wir wandeln die Tour ab der Falkenhütte aber immer etwas ab und laufen weiter zum Alpengasthof Hörmoos (ca. 1280m, Dienstag Ruhetag). Von dort gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Weg zur Imbergbahn fortzusetzen.

Die Gesamtlänge der Wanderung und die Dauer verkürzen sich nur unwesentlich.

Alternative Wegbeschreibung

Ab der Falkenhütte folgt man der asphaltierten Straße in Richtung Alpengasthof Hörmoos. Die Straße macht einen weiten Bogen und ermöglicht einen schönen Blick zurück auf die Bergkette und die Falkenhütte.

Falkenhütte u. Luftiger Grat

Den Wegweisern folgend biegt man nach links zur Alpe Hörmoos ab. Hier kann man noch einen Stopp einlegen oder die Kräuter-Alp nebenan besuchen. Sie ist die höchstgelegene Brennerei im Allgäu und hat einen schönen Garten mit zahlreichen, auf Tafeln beschriebenen Kräutern.

Viele Wege führen ans Ziel

Ab hier gibt es drei Varianten, wie man zur Bergstation der Imbergbahn gelangt:

  1. Man folgt der Straße, die sich ins Tal zum Lanzenbach schlängelt und wieder hoch zur Imbergbahn führt.
  2. Man kann den Bus ab Hörmoos nehmen, der über den Imberg bis nach Steibis fährt. Hier der Busfahrplan (nicht in der unten beschriebenen Gästekarte Oberstaufen Plus inbegriffen).
  3. Man biegt nach der Kräuter-Alp nach links auf die Weide ab (durch das Gatter) und folgt einem Teilstück des Alperlebnispfads.

Mein Favorit ist Variante 3

Nach dem Gatter folgt man dem Weg über die Weide und weicht dabei am besten geschickt den Tretminen der Weidetiere aus.

Nach einem kurzen Wäldchen erreicht man die Weide der Hochwies-Alpe mit einer kleinen Kapelle und einigen schottischen Hochlandrindern. Das sind ganz klar die langhaarigen Rocker unter den Rindern 🙂

Gegenüber der Kapelle führt der Weg weiter zum Rand eines Wäldchens, dem man bis zur Brücke über den Lanzenbach folgt. Anschließend läuft man nach rechts bis zur Straße weiter und biegt dort nach links ab durch das Gatter zum Berggasthof Hochbühl (Mittwoch Ruhetag).

Vom Gasthof geht es bergauf entlang der Straße weiter. Am Ende des Anstiegs zweigt ein Weg nach rechts in den Wald ab. Der gelb-weißen Markierung des Premiumwanderwegs „Alpenfreiheit“ folgend erreicht man schließlich die Bergstation. Kurz vor dem Ziel laden Bänke dazu ein, das gesamte Panorama des Luftigen Grats noch einmal zu bestaunen.

Panorama Luftiger Grat

Diese Wanderung über dem Premiumwanderweg „Luftiger Grat“ haben wir inzwischen zum dritten Mal gemacht und sie zählt für mich immer wieder zu den Highlights eines Allgäubesuchs.

Wissenswertes

Oberstaufen Plus Karte

Oberstaufen Plus Karte

Diese kostenlose Gästekarte bekommt man bei über 300 Gastgebern in und um Oberstaufen. Vorteile der Karte:

  • Eine kostenlose Berg- und Talfahrt pro Tag mit der Hochgrat-, der Imberg- oder der Hündlebahn inbegriffen.
    ACHTUNG: die Fahrten sind immer nur bei einer Bergbahn pro Tag möglich. Nutzt man unterschiedliche Bergbahnen, muss für eine Fahrt ein Ticket gekauft werden.
    Bei dieser Wanderung werden zwei Bergbahnen genutzt (Hochgrat + Imberg). Es muss also eine Fahrt trotz Gästekarte bezahlt werden. Die Talfahrt am Imberg ist die günstigere Variante.
  • Oder man geht stattdessen ins Erlebnisbad Aquaria in Oberstaufen. Beispielsweise bei schlechtem Wetter.
  • Zusätzlich sind die Buslinie 95 Oberstaufen-Steibis-Imbergbahn-Hochgratbahn sowie Linie 39 nach Immenstadt kostenlos.
  • Viele weitere Vorteile… hier findest du mehr Informationen.

Anreise zum Hochgrat

Am besten mit dem Bus der Linie 95 ab Oberstaufen (hier findest du den Busfahrplan, kostenlos mit der Oberstaufen Plus Karte).

Da es sich bei der Wanderung nicht um einen Rundwanderweg handelt, ist die Anreise mit dem Auto etwas ungünstig. Grundsätzlich kann man aber auch an der Hochgrat-Talstation parken und von der Imberg-Talstation wieder mit dem Gästebus zum Auto zurückfahren.

Einkehrmöglichkeiten

Auf dieser Wanderung wird niemand verhungern oder verdursten.

  • Bergrestaurant am Hochgrat
    Großes Restaurant direkt an der Bergstation mit großer Sonnenterrasse
  • Staufener Haus
    Nahe der Hochgrat-Bergstation und gehört dem Deutschen Alpenverein
  • Berggasthof Falkenhütte
    Großer, moderner Gasthof mit umfangreicher Karte (Montag Ruhetag)
  • Alpengasthof Hörmoos
    Schöner Gasthof mit uriger Gaststube und großem Außenbereich (Dienstag Ruhetag)
  • Alpe Hochwies
    Kleine Alpe mit begrenzter Auswahl, aber schöner Lager (Ruhetag unbekannt)
  • Berggasthof Hochbühl
    Gasthof mit großer Gaststube, Sonnenterrasse und Spielplatz (Mittwoch Ruhetag)
  • Imberghaus
    Urige Gaststube, Panorama- und Sonnenterrasse (Juni und Juli: Montag und Dienstag Ruhetag)

 


Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.


 

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