Roadtrip zu den Highlights in Namibias Süden

Highlights in Namibia

„Namibia? Da wart ihr doch schon!“ Ja und als Wiederholungstäter wissen wir, was sich für einen erneuten Besuch lohnt und was unbedingt Teil unserer zweiten Reise sein muss. So entstand ein Roadtrip zu den Highlights in Namibias Süden mit bekannten Must-sees und echten Geheimtipps.

Meine Highlights in Namibias Süden

Nach unserer ersten Namibia Reise war bereits klar, dass wir dort noch einmal hinreisen würden. Das Land ist einfach zu schön und zu vielseitig, um es nach einem einmaligen Besuch als erledigt abzuhaken.

Nachdem wir uns das letzte Mal einen Überblick verschafft hatten, entschieden wir uns diesmal gezielt für die landschaftlich beeindruckende Südhälfte des Landes mit den Wüsten Namib und Kalahari. Entlang der geplanten Strecke lagen viele sehenswerte Orte, auf die ich im Lauf meines Reiseberichts eingehen werden.

Düne verschluckt Berg

Wie immer habe ich viel zu viel geschrieben. Daher vereinfache ich dir die Navigation mit einer chronologisch sortierten Übersicht:

Windhoek und Swakopmund

Entlang der Wüste Namib

An der südlichen Küste: Lüderitz und Umgebung

Von Aus nach Keetmanshoop

Abstecher zum Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika

Abschluss in der Kalahari

Tag 1 Besuch von Windhoeks Townships

Schlaflose Anreise

Es war wie immer: ein Nachtflug ohne Schlaf. Eingepfercht in die Economy-Class fühlte ich mich wie eine Sardine in einer viel zu engen Dose. Dabei könnte es so schön sein bei einem Nachtflug nach Namibia: man fliegt die Nacht durch und kann früh morgens frisch in den Tag starten.

Von „frisch“ konnte aber keine Rede sein, als wir total übermüdet in Windhoek aus dem Flieger stiegen. Schlafen war jetzt aber keine Option, denn sonst würden wir ein Jetlag produzieren, wo überhaupt keines sein sollte: im September gibt es zwischen Deutschland und Namibia keine Zeitverschiebung.

Hier hilft also nur, den Tag durchmachen und halbwegs zur gewohnten Zeit ins Bett gehen. Ein ablenkendes Programm wirkt hier Wunder.

Stadtrundfahrt mit Besuch von Windhoek Townships

Ein Fahrer holte uns am Flughafen ab und brachte uns nach Windhoek zum Frühstücken. Frisch gestärkt ging es dann auch schon in einem alten, offenen Landrover-Oldtimer in die Innenstadt.

Nach den üblichen und oft fotografierten Sehenswürdigkeiten wie Christuskirche & Co. folgte der aus meiner Sicht interessantere Teil der Tour: die Townships. Oft wird behauptet, dass die Innenstadt geradezu ausgestorben wäre und sich das Leben in den Townships abspielt. Nachdem ich jetzt sowohl die menschenleere Innenstadt als auch die lebhaften Townships gesehen habe, kann ich das absolut bestätigen.

Mein Highlight war Silvertown. Nein, natürlich nicht wegen der zahllosen, silbernen Wellblechhütten, denen das Township seinen Namen zu verdanken hat. Als wir mit unserem auffälligen Landrover dort ankamen, rannten sofort einige Kinder freudestrahlend auf uns zu. Sie hatten schon auf uns gewartet.

Kaum hielten wir an, enterten sie regelrecht das Auto und belegten sitzend und stehend jeden verfügbaren Platz. Und wenn dieser nicht mehr vorhanden war, kletterten sie wie selbstverständlich auf unseren Schoss. Für die Kinder war dies eindeutig das Highlight ihres Tages und ich werde das Leuchten in ihren Augen vermutlich nie vergessen.

Wir fuhren einen Hügel hoch und konnten uns ein Bild von Silvertown machen.

Blick über Silvertown

Auch wenn das durchaus interessant war, galt unsere Aufmerksamkeit vor allem den Kindern. Besonders zwei Mädchen im Alter von vielleicht 5 oder 6 Jahren. Sie schnappten sich unsere Kameras und Handys und fotografierten wild drauf los. Und sie machten wirklich tolle Bilder!

Kinder von Silvertown

Die Mädchen fotografierten natürlich meist auf ihrer Höhe. Es gibt also einige Bilder mit viel Bein und wenig Rest… sehr lustig 🙂 Große Menschen müssen also etwas in die Knie gehen 😉

Penduka Village

Nach dem spannenden Ausflug wurden wir ins Penduka Village* gebracht, das zwischen Katutura und dem Goreangab-Stausee liegt.

Penduka ist ein Projekt, das die benachteiligten Frauen der Townships unterstützt. Sie erhalten durch gezielte Schulungen und Mikrokredite die Chance, sich ein eigenes Standbein aufzubauen bzw. eine Ausbildung oder den Führerschein zu machen.

Als ich von Penduka gehört hatte, wollte ich die Organisation unbedingt unterstützen. Das geht entweder über den Kauf der Produkte, die von den Frauen hergestellt werden (die Geschichten-Stickereien auf Tischläufern, Handtüchern u. ä. sind wunderschön und ein tolles Souvenir!) oder man übernachtet in einem der Bungalows. Diese sind einfach, aber ausreichend ausgestattet und liegen direkt am Stausee mit einer wunderschönen Aussicht. Die freundliche Betreuung vor Ort und das leckere Essen haben mir sehr gut gefallen.

Sonnenuntergang bei Penduka

Tag 2 Zeitaufwendige Mietwagenübernahme

Zeitverlust bei der Autovermietung

Am Morgen wurden wir leider mit deutlicher Verspätung von einem Fahrer unserer Autovermietung abgeholt und in die Stadt gebracht. Und die Übernahme von zwei Mietwägen war dann auch noch eine ziemlich zeitaufwendige Angelegenheit.

Erst um kurz nach 11:00 Uhr waren wir endlich auf dem Weg raus aus Windhoek. Viel später als geplant. Denn vor uns lagen eine kilometerlange Baustelle und eine Tagesetappe von fast 370km bis nach Swakopmund.

Kurzversion der Spitzkoppe

Ich hatte mich eigentlich schon sehr auf einen ausgedehnten Besuch der Spitzkoppe gefreut. Denn auch wenn die alten Felsmalereien angeblich durch Vandalismus zerstört wurden, zählt der große Inselberg und der südlich liegende Felsenbogen Natural Arch zu meinen Highlights in Namibia.

Aber wegen des enormen Zeitverlusts bei der Autovermietung mussten wir die Spitzkoppe leider auf ein paar Fernbilder verkürzen. Schade.

Spitzkoppe aus der Ferne

ich vor der Spitzkoppe

Tag 3 Living Desert in Swakopmund

Nach dem Frühstück holte uns Living Desert Adventures zu einer etwa 5 stündigen Living Desert Tour ab, um uns die kleinen Bewohner der Wüste zu zeigen. Diese Tour hatten wir 2013 schon einmal gemacht und sie ist für mich ganz klar eines der Highlights in Namibia. Somit war sie auch diesmal ein Muss und vielleicht würden wir ja heute einige der Tiere sehen, die sich das letzte Mal vor uns versteckt hatten…

Unser Guide Douglas erklärte anschaulich den Aufbau einer Düne und den Grund für Leben in der Wüste. Dann erläuterte er die einzelnen Vertreter der heimischen Tiere an Hand der Nahrungskette:

  • von Pflanzenresten/Samen + Küstennebel
  • über Tok Tokkie-Käfer und Silberfische
  • weiter zu Wüstenchamäleons, Eidechsen, Geckos…
  • und schließlich Schlagen und Greifvögeln.

Es war wieder sehr interessant und Douglas und seine Kollege fanden für uns zahlreiche, versteckte Tiere in den Dünen. Besonders toll fand ich den Palmato-Gecko, den ich bei der letzten Tour vermisst hatte.

Informationen zur Living Desert Tour

  • Dauer der Tour: 8:00 – 13:00 Uhr
  • Preis: N$ 700 pro Person (unter 12 Jahren N$ 350)
  • Abholung an der Unterkunft
  • Nicht-alkoholische Getränke eingeschlossen

Empfehlungen für Swakopmund

Übernachtung

  • Meikes Guesthouse
    Wir sind Wiederholungstäter aus Überzeugung, denn Meikes Guesthouse* liegt etwas abseits in einer ruhigen Seitenstraße, aber trotzdem in Laufentfernung zur Innenstadt. Die Zimmer sind groß und liebevoll eingerichtet und die Betten finde ich einfach nur super… selten so gut geschlafen. Der Mietwagen steht sicher auf dem Parkplatz und wird nachts bewacht.

Essen

  • Kückis Pub
    Das Pub ist eine Institution auf zwei Ebenen mit verschiedenen Kategorien wie ruhiger Weinbar, normalem Restaurant, zwei Bars und dem Sportfan-Bereich mit großen Fernsehern. Das Pub ist sowohl für Freunde eines saftigen Steaks als auch für Fisch-Fans sehr zu empfehlen. Das Game-Carpacchio als Vorspeise war eine Offenbarung!
    Game-Carpacchio
  • Ocean Cellar im Strandhotel
    Die Lage des Ocean Cellars ist abgewandt zum ständigen Wind des Südwesters. Man hat eine schöne Sicht über den nördlichen Strand. Es gibt hauptsächlich Fischgerichte wie Sushi, Austern, Calamari & Co. Super lecker, aber auf Grund der Höhe nur schwer zu essen ist beispielsweise Swakop Oyster Po‘ Boy.
    Swakop Oyster Po Boy

Tag 4 Fahrt durch die Mondlandschaft

Nach dem Frühstück holten wir uns im NWR-Büro gegenüber des Wörmann-Hauses die Permits für die Mondlandschaft und die permit-pflichtigen Straßen auf unserer Strecke. Anschließend fuhren wir in Richtung Windhoek aus Swakopmund heraus und bogen hinter den Dünengürtel ab.

Die Mondlandschaft

Die Wegmarkierungen des Welwitschia-Drives am Rand der Strecke beachteten wir nicht weiter und stoppten erst am Aussichtspunkt über die Mondlandschaft. Die karge Landschaft mit dunklen, gewellten Bergen diente schon als Kulisse für zahlreiche Kinofilme wie beispielsweise Mad Max.

Wir fuhren weiter und bogen schließlich vom Welwitschia-Drive in Richtung C28 ab. Wenige Kilometer weiter sahen wir einige der nicht besonders schönen, jedoch unglaublich alten Welwitschias.

eine recht große Welwitschia

Irgendwo im Nirgendwo

Der C28 folgend erreichten wir den Abzweig in Richtung Hotsas. Die weitere Strecke war geprägt von zahlreichen Tiersichtungen und einem ziemlich schlechten Straßenzustand.

Wir fuhren ewig und die Straße schien nicht enden zu wollen. Als „Navigator“ hatte ich schon schlimmste Befürchtungen, dass ich mich an einer der wenigen Kreuzung vertan hatte.

Die Tatsache, dass sich mein Handy nicht einmal zu einem einzelnen Balken überreden ließ, machte mich schon etwas nervös. In dem Moment verfluchte ich mich, dass ich unbedingt mit Straßenkarte fahren wollte und Michael deshalb keine Offline-Karte heruntergeladen hatte. Es dauerte furchtbar lange, bis wir die C14 erreichten und ich endlich erleichtert durchschnaufen konnte.

1000 Hügel

Unser Tagesziel war die Lodge Namibs Valley of a Thousand Hills*. Die Zufahrt war abenteuerlich, aber die spektakuläre Landschaft dafür unbeschreiblich. Kurz vor der urigen Lodge eröffnete sich vor uns die Sicht in die weite Ebene und die 1000 Hills. Wow!

Zufahrt zur Lodge
Das war auf dem besten Stück der Zufahrt. Als es „interessant“ wurde, habe ich vor lauter Rütteln und Wackeln keine scharfen Bilder mehr hinbekommen.
Aussicht vom Haupthaus auf die 1000 Hills
Blick vom Haupthaus auf die 1000 Hills.

Zum Sonnenuntergang machten wir einen Spaziergang zum Sundown-Viewpoint.

Sonne scheint durch Lücke im Fels

Milchstraßenfotografie und wilde Tiere

Es war draußen stockfinster, als wir unsere Fotoausrüstungen schnappten und raus gingen. Über uns leuchtete die gigantische Milchstraße. Sie sollte das Ziel der nächtlichen Fotoaktion werden. Michael hatte sich dafür drei abseits stehende Köcherbäume als Vordergrund ausgesucht, während ich mein Stativ unterhalb des Chalets aufbaute.

Ich war gerade damit fertig, als ich plötzlich in einer nicht abschätzbaren Entfernung Tiere laufen hörte. Es müssen große Antilopen oder Zebras gewesen sein. Es hörte sich an wie schwere Hufe, die über den zerklüfteten Fels liefen. Auf jeden Fall erschrak ich fast zu Tode. Keine Ahnung, ob die Tiere jenseits des nahen Abhangs oder direkt hinter mir standen. Als eines der Tiere schnaubte, hätte ich schwören können, dass ich den Atem im Genick spürte. Das Licht meiner Stirnlampe reichte keine 5m weit. Dahinter war alles schwarz in schwarz.

Erschrocken nahm ich meine Fotoausrüstung und kletterte wieder hoch zur Veranda des Chalets. Hinter dem dürren Geländer fühlte ich mich sicher… vor was auch immer. Kaum war ich dort, kam auch schon Michael angerannt. Er hatte die Tiere wohl versehentlich aufgescheucht und ist dabei ebenfalls furchbar erschrocken.

Letztendlich fotografierten wir beide direkt vor dem Chalet. Natürlich erst, als wir mehrere Minuten nichts von den Tieren gehört hatten. Wirklich ideal war der Standort nicht. Doch für den ersten Versuch sind die Bilder gar nicht schlecht…

Tag 5 Entspannte Fahrt in Richtung Sossusvlei

Die heutige Tagesetappe war vergleichsweise kurz, so dass wir ausschlafen und ganz entspannt frühstücken konnten. Während der Fahrt durch das Gelände der Lodge stoppten wir an den roten Felsen, die mir bereits bei der Hinfahrt aufgefallen waren. Wir streiften ein wenig durch die unwirkliche Landschaft aus rotem Fels mit teils breiten Quarzeinschlüssen, bevor wir in Richtung Sesriem weiterfuhren.

Namib Naukluft Nationalpark

Der Namib Naukluft Nationalpark gehört mit den höchsten Dünen der Welt und den toten Bäumen im Dead Vlei für die meisten zu den Highlights in Namibia.

Wir wohnten in der Sossus Dune Lodge im Park. Und obwohl wir über ein Jahr vorher gebucht hatten, waren die einzigen verfügbaren Zimmer die beiden Honeymoon-Chalets.

Permit für den Namib Naukluft Nationalpark

  • Direkt nach dem Gate in Sesriem erhältlich
  • Erwachsene: N$80
  • Kinder unter 17 Jahren: frei
  • Auto bis 10 Sitze: N$10

Am Abend fuhren wir zur Elim-Düne. Sie ist die am einfachsten zu erreichende Düne im Park und liegt nur wenige Minuten vom Gate entfernt. Hier fotografierten wir den Sonnenuntergang, der wegen seiner dekorativen Wölkchen viel interessanter aussah, als der meist wolkenlose Himmel der letzten Tagen.

Sonnenstrahlen hinter Düne und Baum

Tag 6 Dead Vlei und Beginn des Tok Tokkie Trails

Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang holten wir uns unsere Frühstückspakete ab und fuhren in Richtung Sossusvlei. Im Gegensatz zu den Reisenden außerhalb des Parks genießt man als Gast der Sossus Dune Lodge das Privileg, eine Stunde vor Sonnenaufgang losfahren zu dürfen. Alle anderen müssen sich gedulden.

Die Fahrt durch die dunkle Nacht bis zum ca. 65 km entfernten 4×4 Parkplatz am Dead Vlei ist nicht ungefährlich, da alle möglichen Tiere aus der Dunkelheit vor das Auto rennen können. Ein angepasster Fahrstil ist daher ratsam.

Oryx kreuzen Straße
Fast alles, was hier tagsüber die Straße kreuzt, kann theoretisch auch nachts unterwegs sein.

Tipp:

Wenn du keinen Wagen mit 4×4 hast oder du dir die Tiefsandstrecke der letzten 5km nicht zutraust, kannst du das Auto auch am 2×4 Parkplatz stehen lassen und den Shuttle-Service nutzen. Dieser kostet aktuell etwa N$110.

Tiefsandstrecke

Tote Kameldornbäume am Dead Vlei

So früh am Morgen waren wir noch fast allein im Dead Vlei und konnten die toten Kameldornbäume ohne touristisches Beiwerk fotografieren.

kleine Pfanne nahe dem Dead Vlei

Landschaft des Dead Vlei
Die Sonne erreicht das Dead Vlei.

Die Sonne stieg langsam über die größte Düne Big Daddy, als die ersten anderen Reisenden in das Dead Vlei strömten. Das war für uns das Stichwort, um zum Frühstücken an den Parkplatz zurückzukehren.

Fahrt entlang der Namib

Wir fuhren weiter in Richtung Süden zur Farm Die Duine, dem Treffpunkt für den Tok Tokkie Trail. Hier in paar Streckenimpressionen:

Tok Tokkie Trail – gehört ganz klar zu meinen Highlights in Namibia!

Vor der Reise hatte ich nur eine grobe Vorstellung von der Wanderung… jetzt kann ich sagen: der Tok Tokkie Trail zählt zu meinen Highlights in Namibia. Denn der Trail ist Namibias schönste Wanderung und führt durch die spektakuläre Landschaft des NamibRand Nature Reserves mit seinen endlosen Dünen und einigen felsigen Bergen.

Hier findest du einen ausführlichen Bericht zum Tok Tokkie Trail.

Die erste kurze Etappe führte über einige Dünen bis zu unserem Übernachtungscamp. Die wunderschöne Dünenlandschaft unterwegs ließ uns oftmals für ein paar Bilder stoppen. Unser Guide Ricardo nahm die ständigen Unterbrechungen gelassen. Wir waren sicher nicht die ersten, die an dieser Landschaft nicht einfach vorbeigehen konnten.

Rechtzeitig für einen Sundowner erreichten wir das Camp in den Dünen, wo auch unser Hauptgepäck schon auf uns wartete.

Nach dem Abendessen erwartete uns der grenzenlose, gigantische Sternenhimmel mit seinen Millionen Sternen. Die Milchstraße leuchtete über uns, wie man sie in Europa nicht zu sehen bekommt… wow. Am liebsten hätte ich die ganze Nacht nur Sterne geguckt! Für Milchstraßenbilder war es uns aber zu kalt – wir hatten Nachtfrost!

Tag 7 Zweiter Tag des Tok Tokkie Trails

Ricardo weckte uns mit einer heißen Tasse Tee und erwartete uns wenig später bei einem stärkenden Frühstück.

Sonnenaufgang über der Landschaft
Sonnenaufgang vom Bett aus.

Der heutige Tag war in zwei Abschnitte geteilt und führte uns wieder durch die grandiose Landschaft bis zu einem schattigen Mittagscamp. Dort verbrachten wir die heißen Stunden des Tages und dösten etwas.

Ich auf einer Düne

Nach der Mittagspause wanderten wir über einige Dünen weiter zu unserem zweiten Camp.

Abendessen an langer Tafel

Tag 8 Abschluss des Tok Tokkie Trails und Weiterfahrt in die Tirasberge

Schlussetappe der Wanderung

Wie am Vortag folgte nach einem heißen Tee ein leckeres Frühstück und wir starteten zu unserer Schlussetappe.

Wir überquerten erneut einige Dünen und genossen die Aussicht über die Dünenkämme hinweg in die weite Landschaft. Eine Dünen nach der anderen näherten wir uns nach etwa 2 Stunden wieder dem Tok Tokkie Farmhaus.

letzte Düne vor dem Farmhaus

Ich wäre am liebsten einfach weitergelaufen. Die Landschaft während der Wanderung war einfach unglaublich schön und zu Fuß viel besser zu erleben als vom Auto aus.

Du möchtest mehr zum Tok Tokkie Trail erfahren und mehr Bilder sehen? Hier findest du einen ausführlichen Bericht zu unserer Wanderung.

Weiterfahrt in die Tirasberge

Wir fuhren weiter, bogen nach einigen Kilometern auf die Panoramastraße D707 ab und erreichten nach etwa 55km die Einfahrt zur Ranch Koiimasis. Während der 22km langen Fahrt über das Gelände hielten wir Ausschau nach der Lodge Fest Inn Fels. Aber bis ca. 500m vor der Lodge konnte man die perfekt „getarnten“ Gebäude nicht erkennen.

getarnte Häuser am Berg

Tag 9 Erkundung des Farmgeländes von Koiimasis

Bilder einer morgendlichen Vogel-Fototour:

Wanderung entlang der Farm

Nach dem Frühstück wanderten wir zur nahegelegenen Farm mit ihren großen Vogel-Volieren. Wir entdeckten auch ein Gehege mit ein paar Löffelhunden, die als verwaiste Jungtiere aufgenommen worden waren. Eine Auswilderung ist leider nicht mehr möglich.

Dann erreichten wir einen leicht zugänglichen Bereich der fotogenen Felsen und erkundeten das Gelände und seine Bewohner.

Besuch des Köcherbaumwaldes von Koiimasis

Am Nachtmittag fuhren wir 15km weiter bis zum Köcherbaumwald, der an einer Bergflanke auf dem Gelände von Koiimasis liegt. Das letzte Stück bis zu den Bäumen liefen wir lieber zu Fuß, da die steinige Fahrspur geradezu nach einer Reifenpanne schrie.

Köcherbäume sind Baumaloen. Wenn du bei „Aloe“ an eine Kaktus-ähnliche Pflanze denkst, liegst du nicht ganz falsch. Du musst dir das Ganze nur auf einem Stamm vorstellen.

Ich finde die Bäume unheimlich fotogen und die weite Ebene mit der Bergkette im Hintergrund eignete sich super für ein paar Postkartenmotive.

Köcherbaumpanorama

Tag 10 Abstecher an die Küste von Lüderitz

Wir genossen das zweite Stück der Panoramastraße D707 und fuhren über Aus weiter in Richtung Lüderitz.

Die letzten 100km bis Lüderitz waren leider auf ermüdende Weise trostlos. Ermüdend im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich döste immer wieder weg (keine Sorge: ich war der Beifahrer…).

Wir bezogen unsere Zimmer in Kairos Cottage auf Shark Island und besorgten uns bei Safari & Tours Fotopermits für die Geisterstadt Kolmanskuppe am nächsten Morgen.

Empfehlungen für Lüderitz

  • Diaz Cafe Shop
    Kleines Bistro-Café in einem Hinterhof, das vor allem von Einheimischen besucht wird. Die Karte umfasst neben Kaffee und Kuchen auch typisch deutsche Gerichte wie Thüringer Bratwurst und Eisbein sowie die für eine Küstenstadt zu erwartenden Fischgerichte. Sehr positiv ist, dass man sein Gericht selbst zusammenstellen kann und keine fertige Kombination aus Fisch/Fleisch und Beilage nehmen muss.
  • Essenzeit
    Das Restaurant Essenzeit befindet sich direkt am Hafen. Auch hier gibt es leckere Fischgerichte wie beispielsweise die Seafood-Platte (yummy!). Und auch Michaels Kingklip war ausgezeichnet. Der Hauptgang fällt aus meiner Sicht allerdings etwas knapp aus, so dass man sich noch eine leckere Vorspeise gönnen sollte.

Tag 11 Kolmanskuppe und Wildpferde

Lost Place: ehemalige Diamantenstadt Kolmanskuppe

Die Geisterstadt Kolmanskuppe ist eines der Highlights in Namibia und ebenso etwas für Geschichtsinteressierte wie auch für Lost Place Fans.

Ortschild

Die Ortschaft wurde nach dem ersten Diamantenfund 1908 gegründet und hatte zu seiner Blüte 400 Einwohner.

Läuft man über das Gelände, kann man schnell nachvollziehen, dass es einige Zeit die reichste Stadt Afrikas gewesen sein soll. Denn es mangelte den Bewohner an nichts und sie genossen einen unvergleichlichen Luxus: Schwimmbad, Turnhalle, Theater, Eisfabrik (in der Wüste!),…

Als die Diamantenvorkommen in der Region abgebaut waren, begann der Niedergang von Kolmanskuppe (etwa 1930). Seitdem holt sich die Wüste das Land Stück für Stück zurück.

Fotopermit für Kolmanskuppe

  • Kosten: N$235
  • Vorteil: Zutritt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Normaler Eintritt für Kolmanskuppe

  • Erwachsene: N$90
  • Kinder bis 14 Jahren: N$55
  • Schließt eine Tour in deutsch oder englisch ein

Du willst mehr? Mehr Bilder, mehr Infos? Hier findest du meinen ausführlichen Artikel zu Kolmanskuppe.

Die Wildpferde von Garub

Ob man an der Quelle von Garub Wildpferde antrifft, ist zunächst einmal Glückssache. Und gerade zur heißen Mittagszeit hätte ich die Tiere irgendwo an einem schattigen Ort vermutet. Aber sicher nicht an der Quelle.

Womit ich gar nicht gerechnet hatte: dieser schattige Ort war ausgerechnet der Aussichtspunkt bei Garub. Einige Wildpferde standen auf dem Besucherparkplatz und hielten die furchtsameren Reisenden auf Abstand. Ein paar andere drängten sich in und um die Toilette, während die meisten den Zugang zum überdachten Aussichtspunkt blockierten.

Ich habe seit meiner Kindheit ziemlichen Respekt vor den großen Tieren. Und bei den Pferden von Garub kommt noch hinzu, dass ich die Reaktion der verwilderten Pferde nur schwer abzuschätzen kann. Michael hatte offensichtlich weniger Bedenken und lief zielstrebig auf einen der Eingänge zu. Ich folgte ihm nur widerwillig.

Zu meiner Überraschung ließen uns die Tiere problemlos passieren und Michael schloss dann auch noch Freundschaft mit einer hübschen Blonden. Ich war schon ein wenig eifersüchtig 😉

Michael und die Stute

Auch an der Quelle selbst war trotz der gnadenlosen Sonne überraschend viel los und wir beobachteten lange das Treiben rund um das Wasserloch.

Pferde rund um die Quelle

Tag 12 Mountain Trail im Gondwana Sperrgebiet Rand Park

Wanderung mit Aussicht: Mountain Trail

Auf dem Gelände unserer Unterkunft Klein Aus Vista gibt es einige Mountainbike- und Wanderwege. Letztere beginnen meist in der Geisterschlucht, in der sich auch unsere Cabin befand. Also schnürten wir nach dem Frühstück unsere Wanderschuhe und folgten der schwarzen Markierung des Mountain Trails. Der Wanderweg führte zunächst den mit Felsen und Geröll übersäten Berg hinauf und erforderte etwas Kondition und vor allem Trittsicherheit.

Das erste Stück war nicht allzu schwer und vom Kamm oben hatten wir eine tolle Aussicht über die weite Ebene mit einem mäandernden Trockenflussbett und der Bergkette am Horizont.

Der Pfad führte wieder hinunter in die Ebene. War der Aufstieg noch leicht zu bewältigen, waren beim Abstieg ein paar steilere, rutschige Passagen und hohe Absätze dabei.

Wanderweg über Felsen

Ich würde die Bergüberquerung insgesamt nicht unbedingt als schwer einstufen. Aber ohne die nötige Trittsicherheit sollte man vom Mountain-Trail lieber absehen und eine der einfacheren Touren in Betracht ziehen.

Unten angekommen führte der Weg um den Berg herum und vorbei an einem alten, rostigen Hudson. Dessen Besitzer sollen 1934 Diamanten gestohlen habe. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei starben sie, doch die Diamanten wurden angeblich nie gefunden. Daher wandeln die Geister der Diebe noch immer auf der Suche danach durch die Geisterschlucht.

Nachts hat einmal etwas an der Tür gekratzt… vielleicht waren das ja die Geister…?

Daten zu der Wanderung

  • Permit für eine Wanderung: N$45
  • Start und Ziel der Wanderung: entweder am Infostand in der Geisterschlucht oder an der Zufahrt zu den Eagles Nest Chalets
  • Länge: 6,4 km
  • Dauer: etwa 2 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: lt. Beschreibung mittel bis schwer
  • Markierung: schwarz

Tag 13 Cheetah-Fütterung und Köcherbäume am Giants Playground

Am Morgen fuhren wir weiter nach Keetmanshoop. Entlang der Strecke gab es nicht viel zu sehen, so dass wir dort gegen Mittag eintrafen.

Unser Ziel am Folgetag sollte der südafrikanische Teil des Kgalagadi Transfrontier Park sein. Hier sollte man beachten: man kann in Namibia zwar mit Südafrikanischem Rand bezahlen, aber in Südafrika umgekehrt nicht mit Namibia-Dollar. Ich hatte zwar gehört, dass vor allem nahe der Grenze zu Namibia noch Dollar akzeptiert werden könnten, aber auf diesen Konjunktiv wollte ich mich nicht verlassen.

Tipp:

Wir tauschten daher unsere Namibia-Dollar an einem Bankschalter in Südafrikanische Rand um. Die Bank hat dafür keine Gebühren berechnet.

Öffnungszeiten der Banken:

  • Montag bis Freitag: 9:00 – 15:30 Uhr
  • Samstag: 8:30 – 11:00 Uhr

Cheetah-Fütterung

Während unserer letzten Reise hatten wir schon einmal an der Cheetah-Fütterung auf der Gariganus-Farm teilgenommen. Doch seitdem hatte sich Einiges verändert. Das frühere Gehege der weiblichen Geparde wurde inzwischen von zwei 5 Monate alten Jungtieren bewohnt. Wir durften sie netterweise sogar im Gehege besuchen.

jungen Geparden streicheln
Leider ergab sich diese Möglichkeit so unerwartet und spontan, dass ich das falsche Objektiv dabei hatte (siehe Bild). Daher konnte ich nur mittelmäßige Handybilder machen (lassen).

Die kleinen Geparde schnurrten schon, bevor wir sie erreichten und ließen sich ausgiebig streicheln. Ihr staubiges Fell fühlte sich ein wenig strubblig an wie bei einem alten Teddy. Aber die Kleinen waren so goldig und bebten so sehr unter ihrem Schnurren, dass ich sie am liebsten mitgenommen hätte.

Eine andere Neuerung auf der Farm war die Einzäunung der großen, männlichen Geparde, die wir bei der Fütterung beobachten durften. Vor 5 Jahren durften wir noch mit ins Gehege und konnten die Tiere auf diese Weise ohne einen störenden Zaun fotografieren. Inzwischen haben die Behörden aber massiv die Auflagen verschärft. Kein Zutritt mehr für Besucher und zusätzlich blockierten jetzt zwei Zäune mit einem Gang dazwischen die Sicht auf die Geparde. Beim Fotografieren lässt sich leider höchstens ein Zaun ausblenden. Sehr schade!

Geparden-Männchen bei der Fütterung
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre kein Zaun im Weg gewesen. Das war aber viel Arbeit in Photoshop… Und bei genauerer Betrachtung sieht man ihn noch immer 🙁

Köcherbäume am Giants Playground

Auf dem Gelände der Gariganus Farm befindet sich auch der berühmte Quiver Tree Forest. Dort stehen ein paar Hundert der schönen Baumaloen. Ich bin aber eher ein Fan des Giant Playgrounds, der rund 5km entfernt liegt. Auch dort stehen einige Köcherbäume, die sich sehr schön in die unwirkliche Landschaft aus riesigen „Bauklötzen“ fügen.

Köcherbaum zwischen roten Felsen

Köcherbaum in der Abendsonne
Sehr schön sind die Köcherbäume auch in der Abendsonne.

Ein etwa 20 minütiger Rundweg führt an den großen Steinformationen vorbei. Auf diesem Weg erreicht man aber kaum Köcherbäume. Wie die zahllosen Trampelpfade aber verraten, waren wir nicht die ersten, die auf der Suche nach schönen Fotomotiven etwas vom vorgegebenen Pfad abkamen.

Permit für die Gariganus Farm

Das Permit kostet N$75 pro Person und beinhaltet

  • Cheetah-Fütterung
  • Köcherbaumwald
  • Giants Playground

Tag 14 Fahrt durch die Kalahari zum Kgalagadi Transfrontier Park

Achterbahnfahrt durch die Kalahari

Der heutige Tag diente in erster Linie als Fahrtag. Für die etwa 280km von Keetmanshoop bis zum Mata Mata-Restcamp planten wir mit 3,5 Stunden Fahrt.

Viele Kilometer fuhren wir über eine glattgebügelte Schotterpiste. Hinter Köes nahm die C17 aber recht schnell einen vollkommen anderen Charakter an: die Straße führte über die grün bewachsenen Dünen. Es war eine ständige Berg- und Talfahrt. Teilweise waren die Dünen so steil, dass der erste Augenblick über den Kamm einem Blindflug ins Nichts glich… wie bei einer Achterbahnfahrt. Dann kam die gut gepflegte Straße wieder in Sicht.

Es war eine einzigartige Strecke, die absolut empfehlen kann. Es wurmt mich etwas, dass ich kein Video gedreht habe!

Das Mata Mata Restcamp im Kgalagadi Transfrontier Park

Nach zeitraubenden Formalitäten erst an der Grenze und dann an der Park-Rezeption erhielten wir endlich den Schlüssel zu unserem Riverfront Chalet im Mata-Mata Restcamp. Diese Chalets liegen in erster Reihe am Trockenfluss Auob mit Sicht auf ein Wasserloch.

Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Veranda und beobachteten die tierischen Besucher. Immer wieder tauchten Schabrackenschakale, Erdhörnchen und Mangusten auf.

entspannte Tierbeobachtung von der Veranda

Tag 15/16 Safari im Kgalagadi Transfrontier Park

Erste Fahrt in den Kgalagadi Transfrontier Park

Von Mata-Mata aus kann man nur in Richtung Twee Rivieren fahren und an den Wasserlöchern entlang der Piste auf spannende Tiersichtungen hoffen. Ich hatte gelesen, dass gerade auf dieser Strecke die Chancen für Katzensichtungen sehr gut sein sollen. Also hielten wir nach allem Katzenartigen Ausschau: von der kleinen Wildkatze bis zum großen Löwen.

Ich hatte am ersten Tag aber eher das Gefühl, in einem Vogelpark zu sein…

Safari für Frühaufsteher

Der zweite Tag begann früh, denn wir wollten zum Sonnenaufgang bereits im Park sein. Also standen wir schon um 6:15 Uhr an der Rezeption, um unser Entry Permit zu holen.

Kurz vor 6:30 Uhr hielten wir das Permit in Händen und waren an diesem Morgen das dritte Auto, das von Mata-Mata aus in den KTP startete.

Highlight am frühen Morgen

Bis zum ersten Wasserloch „Sitsas“ fuhren wir recht zügig durch und als dort nichts los war, wollten wir zum zweiten Wasserloch weiterfahren.

Plötzlich tauchte ein stattliches Löwenmännchen zwischen den Sträuchern auf. Wow, das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Wir drehten, da der Löwe offensichtlich in Richtung Wasserloch Nr. 1 unterwegs war. Die Großkatze ging mit selbstbewussten Schritten neben der Fahrspur entlang, wie es nur ein dominantes Raubtier wie ein Löwe kann. Von den Autos neben ihm nahm er bestenfalls gelangweilt Notiz.

stattlicher Löwe im Morgenlicht

Safari-Ausbeute des restlichen Tages

Nach dem Löwen gleich zu Beginn des Tages begegneten uns nur noch die üblichen Verdächtigen. So intensiv wir Landschaft und Bäume auch absuchten, außer Antilopen, Gnus, vielen Vögeln,… wollte uns kein Highlight mehr vor die Linse springen.

Hier findest du einen ausführlichen Bericht zu unserem Aufenthalt im Kgalagadi Transfrontier Park mit allen Informationen, die du für einen Besuch benötigst.

Tag 17 Lange Fahrt durch die Kalahari zur letzten Lodge

Heute stand ein langer Fahrtag quer durch die Kalahari an. Google Maps schätzte 4,5 Stunden. Da die Strecke aber hauptsächlich aus Schotterpisten bestand, rechneten wir lieber mit 5 Stunden.

Doch wir mussten es ja erst einmal wieder ins wenige hundert Meter entfernte Namibia schaffen. Die erste Hürde des Tages wartete bereits an der Tankstelle auf uns. Oder besser: dort wartete niemand. Bis der Tankwart kam, vergingen schon einige Minuten. Soweit so gut.

Dann folgten die Formalitäten und das für uns etwas befremdliche, afrikanische Zeitempfinden an der Rezeption und der Grenze… Wir hatten uns während der Reise schon einigermaßen an die „afrikanische Zeit“ angepasst. Aber mit Blick auf unsere lange Fahrt machte sich leider der typische, ungeduldige Mitteleuropäer bemerkbar. Also tief durchatmen und entspannen!

Nach einer Stunde waren wir fertig und konnten endlich die lange Tagesetappe in Angriff nehmen.

Langer Fahrtag bis kurz vor Kalkrand

Unsere Einschätzung der Fahrzeit war überraschend realistisch. Eigentlich wollten wir auf der Strecke irgendwann einmal eine Kaffeepause machen. Da wir aber weder in Gochas noch in Stampriet ein Café oder ähnliches entdeckten, fuhren wir die Strecke schließlich komplett durch.

Und tatsächlich erreichten wir die Kalahari Red Dunes Lodge* nahe Kalkrand nach ziemlich genau 5 Stunden.

Das Erdmännchen Timon

Vor dem Abendessen entdeckte Michael in der Lobby ein Erdmännchen. Oder besser: es entdeckte ihn.

Als ich mich überrascht dazusetzte, sprang Timon zu mir hoch auf das Einbausofa und ließ sich von mir kraulen. Durch Knurren und erfolglose Beißversuche machte er mir recht schnell klar, was er möchte und was nicht. Dann rollte er sich auf meinem Schoss zufrieden zusammen und schlief ein.

Erdmännchen auf dem Schoss
Ohne Frage ein ganz mieses Handyfoto. Aber ich kann ja nicht immer die große Kamera mitschleppen…

Dann kam unser Guide für den morgigen Trans Kalahari Walk und während ich Timon weiter streichelte, erhielten wir einige Informationen. Zugegeben, ich war etwas abgelenkt. Aber ein paar wichtige Details sind hängen geblieben.

Timon war wenig begeistert, als ich ihn anschließend von meinem Schoß schob: Knurren, Beißen und dann mitleiderregendes Quietschen. Aber das Essen wartete.

Erdmännchen
Timon döste dann aber recht schnell auf der Couch weiter.

Tag 18/19 Der Trans Kalahari Walk

Nur mit einem Tagesrucksack für Wasser, Frühstückspakete, Kamera, Hut, Sonnencreme & Co. starteten wir am Morgen zu unserer Wanderung auf dem Gelände der Red Dunes Lodge. Zu unserer kleinen Gruppe gehörte noch ein nettes Ehepaar aus der Schweiz, mit dem wir uns auf Anhieb verstanden.

Die wunderschöne Landschaft der Kalahari war geprägt von roten, bewachsenen Dünen und frisch erblühten Kameldornbäumen. Der Sand war übersät mit großen und kleinen Tierspuren. Wir stoppten daher immer wieder, um mehr über deren Verursacher und ihr Leben in der Kalahari zu erfahren. Immer wieder sahen wir Oryx, Springböcke und Gnus. Und auch ein paar scheue Löffelhunde huschten über die Dünenkämme, wenn sie uns entdeckten.

Die etwa 17km lange Wanderung wurde unterbrochen von einer kurzen Frühstückspause und einer langen Pause während der heißen Mittagszeit. Letztere verbrachten wir entspannt auf beschatteten Liegen mit Aussicht über die Kalahari. Etwas entfernt lag eine Gruppe Gnus und döste ebenfalls vor sich hin.

Am Ende der heutigen Wanderung erwartete uns das Dünencamp mit einem Luxus, mit dem wir nicht gerechnet hatten: heißes, fließendes Wasser, Strom, ein Pooldeck, wunderschöne Chalets und ein Wasserloch. Nach unserem Abenteuer auf dem Tok Tokkie Trail kam das alles irgendwie unerwartet.

Morgens am Wasserloch

Beim ersten Blick aus unserem Chalet zum Wasserloch war ich etwas enttäuscht. Ich hatte mir am Vorabend extra Giraffen gewünscht, um wenigstens kurz vor Ende der Reise noch einmal eine Giraffe beim Trinken zu sehen. Doch es war überhaupt kein Tier am Wasser.

Während ich die Zähne putze, trabten plötzlich einige Zebras im Licht der aufgehenden Sonne zum Wasser. Auf der ganzen Reise hatten wir nur wenige Zebras in weiter Entfernung gesehen. Und mit den schönen Tieren in der morgendlichen Lichtstimmung war ich dann auch glücklich und zufrieden.

Zebras im Morgenlicht

Rückweg zur Lodge

Nach dem Frühstück wanderten wir entspannt zurück zur Lodge. Wieder war der Sand voller Tierspuren und es machte mir Spaß, das entsprechende Tier zu erraten. Erstaunlicherweise konnte ich viele Spuren den richtigen Tieren zuordnen. Vor allem die Gecko-Spur brachte mir erstaunte Anerkennung von unserem Guide ein 🙂

Wanderweg durch die Kalahari

Bereits gegen 10:00 Uhr erreichten wir die Lodge und bezogen wenig später unser letztes Chalet für die Reise.

Hier findest du einen ausführlichen Bericht zum Trans Kalahari Walk.

Morgen würden wir nach drei Wochen in Namibia nach Hause fliegen. Also genossen wir unseren letzten Tag.

Tag 20 Letzte Momente in der Kalahari

Nach dem Frühstück wanderten wir noch ein letztes Mal entlang der Kalahari-Dünen und stoppten am sogenannten Dünensofa. Dort saßen wir einige Minuten, genossen die Stille und die Aussicht und nahmen Abschied von Namibia.

Blick in die Kalahari

Da wir erneut einen Nachtflug gebucht hatten, fuhren wir ohne Stress nach Windhoek, gaben das Auto ab und wurden anschließend wieder zum Flughafen gebracht.

Und wir sind uns sicher: auch unsere zweite Reise nach Namibia wird nicht unsere letzte gewesen sein!

 

Warst du schon dort? Was waren deine Highlights in Namibia? Hinterlasse mir einen Kommentar… als Anregung für die nächste Reise 😉

 

Meine Empfehlungen*:

Reiß- und wasserfeste Straßenkarte von Namibia. Ideal für Freunde von Roadtrip-Erlebnissen ohne Technikunterstützung.
Wir kamen als Wiederholungstäter nach Namibia und ich hielt einen Reiseführer daher nicht für unbedingt notwendig. Diese beiden kann ich aber mit gutem Gewissen empfehlen.

 


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht. Es bestanden keine bezahlten Kooperationen.

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