Wandern in Namibia: der Trans Kalahari Walk

Trans Kalahari Walk

Trans Kalahari Walk… Wie bitte? Über 900.000 km² durchqueren?! Nein, der Name der Wanderung hört sich schlimmer an, als es ist. Denn anstatt die riesige Kalahari zu durchqueren, handelt es sich um eine zweitägige, etwa 20km lange Wanderung durch schöne Dünenlandschaften mit einer Übernachtungen in einem kleinen, exklusiven Dünencamp.

Der Trans Kalahari Walk

Der Trans Kalahari Walk ist eine von vielen Wandermöglichkeiten, die von den zahllosen Lodges in Namibia angeboten werden. Meist handelt es sich hierbei um ausgeschilderte Wanderwege, die den aktiven Besucher in 1 bis 4 Stunde über das Gelände der jeweiligen Lodge führen.

Doch im Gegensatz zu den meisten dieser Touren handelt es sich beim Trans Kalahari Walk um eine geführte zweitägige Wanderung mit einer Übernachtung in einem kleinen Dünencamp.

Die Kalahari ist eine riesige Trockensavanne, die wegen des vielen Sands oft auch als Wüste bezeichnet wird. Sie erstreckt sich über Teile Namibias, Botswanas und Südafrikas.

Wegen ihrer schieren Größe lässt der Name „Trans Kalahari Walk“ eine weitaus längere Wanderung vermuten. Und ehrlich gesagt, wusste ich vor der Wanderung auch nicht genau, was uns erwarten würde. Deshalb möchte ich mit meinen Erfahrungsbericht etwas Licht ins Dunkel bringen und dich mit nützlichen Infos versorgen, damit du besser vorbereitet bist als ich.

Das Dünencamp

Bevor es losgeht, zunächst einmal ein Inhaltsverzeichnis für die schnellere Navigation:

Auf ins Ungewisse

Was wusste ich vorher über die Wanderung?

  • Sie erstreckt sich über zwei Tage
  • Das Übernachtungscamp besteht aus zwei Chalets mit jeweils zwei Betten, einem Pool und einem Wasserloch
  • Wir würden nur mit einem Tagesrucksack wandern, während das Hauptgepäck zum Camp transportiert wird
  • ???

Ja, und so schnell war auch schon das Ende meines Wissens erreicht.

Die Beschreibung im Internet hatte sich interessant angehört, aber ich hatte bei der Buchung weder eine Ahnung, wie lang der Trans Kalahari Walk ist, noch mit welchem Schwierigkeitsgrad wir zu rechnen hatten. Eine Anfrage an die Lodge schien mir aber übertrieben. Also geduldeten wir uns bis zum Vorabend der Wanderung.

Schließen einiger Wissenslücken

Wir reisten am Nachmittag zur Kalahari Red Dunes Lodge an und trafen kurz vor dem Abendessen auf unseren Guide. Er erläuterte uns die Details zu der Wanderung und schloss einige Wissenslücken: Ablauf der Wanderung, Transport unseres Übernachtungsgepäcks, empfohlener Inhalt unseres Tagesrucksacks,… mehr dazu unten bei Wissenswertes.

Die Details, die er aber zunächst nicht erwähnte, waren die Strecke und die Schwierigkeit. Auf meine Frage hin benannte er die Gesamtstrecke auf etwa 20 km. Am ersten Tag würden wir ca. 16 km bis zu unserem Übernachtungscamp wandern und am nächsten Morgen innerhalb 1 bis 1,5 Stunden wieder zum Haupthaus der Lodge zurücklaufen. Was die Schwierigkeit angeht, meinte er nur, dass die Wanderung nicht schwer sei. Einzig die Tagestemperatur bzw. die Hitzeverträglichkeit der Wanderer könne die Wanderung erschweren.

Der erste Tag des Trans Kalahari Walks

Um 7:30 holten wir uns am Frühstückbuffet Tee/Kaffee und unterhielten uns etwas mit dem Schweizer Ehepaar, das mit uns zusammen durch die Kalahari wandern würde. Dann schulterten wir unsere Tagesrucksäcke mit unserem Frühstückspaket und es konnte losgehen.

Erste Etappe bis zum Frühstück

Wir liefen entlang der sandigen Pfade und die Lodge war schnell hinter uns verschwunden.

Nach ein paar Dünen stoppten wir für unser Frühstück an einer überdachten Sitzgelegenheit inmitten der Landschaft aus rötlichem Kalahari-Sand und blühenden Kameldornbäumen.

Zweite Etappe bis zur Mittagspause

Bis zum Mittag wanderten wir weiter durch die wunderschöne Landschaft und erhielten viele Informationen zu den hier lebenden Wildtieren und ihren Spuren im Sand. Unterwegs sahen wir immer wieder Oryx, Springböcke, Gnus, Löffelhunde und meine ersten Blessböcke.

Dann erreichten wir das hübsche Mittagscamp auf einer Düne und genossen Hähnchen, Kudu, Kartoffeln, Salat & Co. Die heiße Mittagszeit verbrachten wir entspannt auf den beschatteten Liegen mit Aussicht in die Weite der Kalahari.

Keine 50 Meter hinter uns lag eine kleine Gruppe Gnus im Schatten eines Kameldornbaums und tat es uns gleich.

Dritte Etappe bis zum Dünencamp

Nach der Pause stapften wir weiter durch den roten Kalahari-Sand und erreichten rechtzeitig zur Kaffeezeit unser Übernachtungscamp.

Dünencamp

Es bestand aus zwei relativ neu gebauten Chalets, die viel mehr Luxus boten, als wir erwartet hatten. Nun, wir hatten noch den Tok Tokkie Trail im Hinterkopf, der wenige Tage zuvor viel einfacher ausgestattet war. Aber eigentlich sollte man die beiden Wanderungen auch nicht vergleichen, da die Übernachtungen unter freiem Himmel auch ihren Reiz hatten.

Aber zurück zum Trans Kalahari Walk. Der Luxus waren heißes, fließendes Wasser, viel mehr Steckdosen zum Aufladen von Kamera & Co., als so manche Lodge in normalen Chalets zur Verfügung stellt, ein super bequemes Bett und eine Dusche mit Blick in Richtung Wasserloch.

Chalet Trans Kalahari Walk

Direkt hinter dem Pooldeck, das ebenfalls auf das Wasserloch ausgerichtet war, befand sich eine überdachte Plattform mit der offenen Küche, einer einladenden Sofalandschaft und einer gedeckten Tafel.

Wir bedienten uns erst einmal bei Kaffee und Gebäck, bevor wir die Ruhe und die Aussicht genossen.

Am späten Nachmittag traf unser Koch ein, der sofort mit der Arbeit begann und unseren Guide kurzerhand zum Grillen einteilte.

Während wir auf der Düne hinter unserem Chalet standen und den Sonnenuntergang genossen, wurde unten der Tisch gedeckt. Nach unserem Sundowner konnten wir also direkt zum Abendessen übergehen. Mmh, lecker!

Sonnenuntergang auf der Düne

Der zweite Tag des Trans Kalahari Walks

Kurze Wanderung zurück zur Lodge

Kurz nach Sonnenaufgang wanderten ein paar Zebras zum Wasserloch und wirbelten im morgendlichen Gegenlicht Staub auf. Eine tolle Stimmung für ein paar Fotos.

Wir hatten keine Eile und frühstückten ganz entspannt. Dann schulterten wir wieder unsere Rücksäcke und machten uns auf den Rückweg.

Unterwegs konnte ich meine Kenntnisse bezüglich der Tierspuren beweisen und hatte erstaunlich viele Treffer. Mein Highlight: eine Gecko-Spur, die ich tatsächlich richtig zuordnete 🙂

Landschaft der Kalahari

Am späten Vormittag trafen wir am Haupthaus der Lodge ein und bezogen unser Chalet für eine weitere Nacht.

Wissenswertes zum Trans Kalahari Walk

Allgemeines

Gesamtlänge und Dauer der Wanderung:

ca. 20 km verteilt auf 2 Tage (Tag 1 ca. 16 km, Tag 2 ca. 4 km)

Ich mache übrigens mit Absicht keine Angaben zu den Uhrzeiten, da diese je nach Jahreszeit abweichen können.

Meine Einschätzung der Schwierigkeit:

Die Wanderung ist aus meiner Sicht eher ein sehr langer Spaziergang. Die wenigen Dünen, die überquert werden müssen, sind nicht sehr hoch und nur das Einsinken im Sand erfordert auf Dauer etwas Kondition.

Eine Herausforderung ist aber möglicherweise die Hitze, die selbst im Winter unangenehm werden kann.

Gruppengröße:

Maximal 4 Personen, da es nur 2 Chalets mit jeweils einem Doppelbett gibt

Sprache:

Englisch

Eingeschlossen während der Wanderung:

Alle Mahlzeiten und nicht alkoholische Getränke
(alkoholische Getränke für den Aufenthalt im Dünencamp müssen vorbestellt werden und sind nicht im Preis enthalten)

Gepäck:

  • Hauptgepäck wird transportiert
  • Wanderung nur mit einem Rucksack für das Nötigste

Übernachtung während der Wanderung:

Schickes Chalet im exklusiven Dünencamp (fließendes, heißes Wasser, 24 Std. Strom) mit Blick zu einem Wasserloch.

Team rund um den Trans Kalahari Walk

  • 1 Guide
  • 1 Koch

Anreise

Die Kalahari Red Dunes Lodge befindet sich 200 km südlich von Windhoek nahe Kalkrand an der B1. Achtung: das Hinweisschild kommt recht kurzfristig. Man überquert die Schienen und meldet sich am Tor an. Dann führt eine 3 km lange Fahrspur direkt zur Lodge.

Ausrüstung, Kleidung & Co.

Ausrüstung

Tagsüber kann es in der Kalahari auch im Winter sehr warm werden (wir hatten im September über 30°C). Daher sollte man für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen. Ich empfehle 1,5-2 l Wasser pro Person am ersten Tag der Wanderung. Am Mittagscamp stehen Getränke zur Verfügung.

Und natürlich darf eine Kamera oder ein gutes Handy für die fotografische Dokumentation der Wanderung nicht fehlen.

Kleidung

Neben bequemer Wanderkleidung und gut eingelaufenen Wanderschuhen ist eine Kopfbedeckung gegen die starke Sonneneinstrahlung ratsam.

Sonstiges

Die Sonne ist nicht zu unterschätzen. Daher empfehle ich, unbedingt eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden.

 

Mehr zum Trans Kalahari Walk findest du auf der Seite der Kalahari Red Dunes Lodge

 

Würdest du auch gerne einmal in Namibia wandern? Verrate mir deine Meinung in einem Kommentar.

 


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht. Es bestanden keine bezahlten Kooperationen.


 

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