Island – Wandern im Skaftafell Nationalpark

Blick auf den Skatafellsjükull

Islands Skaftafell Nationalpark ist ein Teil des großen Vatnajökull Nationalparks. Neben einem Visitor-Center und einem Campingplatz gibt es in Skaftafell eine Vielzahl an Wanderwegen, beispielsweise zu den Gipfeln der Kristínartindar. Die Wanderung führt durch unterschiedliche Vegetationszonen des Parks und bietet spektakuläre Aussichten auf den Gletscher Skaftsfellsjökull.

Der Skaftafell Nationalpark

Das von Gletschern umgebene Gebiet des Skaftafell Nationalparks besteht aus der grünen Skaftafellsheiði und den dahinter aufragenden Überresten des erodierten Vulkans Skaftafell. Den Kraterrand bilden die Kristínartindar mit einem kleineren Gipfel (979m) und dem Hauptgipfel (1126m).

Das Klima im Park ist dank schützender Berghänge mild und ermöglicht ein kleines Paradies mit über 200 verschiedenen Pflanzen und zahlreichen Vogelarten.

Vogel Bekassine
Eine Bekassine in der Nähe des Campingplatzes.

Im Park gibt es einige Wanderwege, unter anderem auch hoch auf die Kristínartindar. Die Wege sind gut ausgeschildert und sehenswerte Punkte im Park wie beispielsweise Aussichtspunkte sind ebenfalls aufgeführt. Man sollte sich aber vorher schlau machen, über welche Wegnummern man sein Ziel erreicht.

Mein Tipp:

Der Verlag Mal Og Menning hat tolle Wanderkarten, mit denen ich während des Urlaubs sehr glücklich war (hier findest die Wanderkarte* für Skaftafell). Neben einer Übersichtskarte 1:100 000 und einer detaillierten Karte 1:50 000 auf der Rückseite verfügen die Wanderkarten über zusätzliche, bebilderte Informationen zu sehenswerten Orten in der Region.

Wanderung zu den Kristínartindar

Will man bis zum 1126m hohen Gipfel der Kristínartindar hochsteigen, so wird die Wanderung im Wanderführer* „Island – Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen“ als schwer angegeben und setzt außerdem gutes Wetter voraus. Aber wir wollten nicht bis zum Gipfel, sondern ihn ein Stück unterhalb auf etwa 700m halb umrunden und auf der anderen Seite wieder zum Visitor-Center absteigen. Die Gesamtlänge dieser abgewandelten Tour schätze ich auf 15 – 16km.

Der Weg in Richtung Gipfel

Wir starteten am Campingplatz und folgten den Wegweisern in Richtung Aussichtspunkt Sjónarnípa. Der Weg auf der Ostseite des Berges führte durch einen schönen Birkenwald bergauf und ging nach der Baumgrenze in eine Heidelandschaft über. Nach etwa 1 Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt Sjónarnípa und hatten einen fantastischen Blick auf die Gletscherzunge des Skaftafellsjökulls.

Blick auf Skaftafellsjökull
Die fantastische Aussicht von Sjónarnípa auf dem Skaftafellsjökull

Der Geltscher Skaftafellsjökull von oben

Gipfel des Kristínartindar in Sicht
Die wolkenverhangenen Gipfel der Kristínartindar sind in Sicht. Aber der Weg ist noch weit und beschwerlicher als er auf dem Bild erscheint.

Bald hatten wir auch die Heidelandschaft des Skaftafell Nationalparks hinter uns gelassen und der Weg führte über weite Geröllflächen, so dass sich jeder selbst seinen Weg suchen musste. Der Aufstieg war anstrengend und wir kamen nur langsam voran.

Mühsam erreichten wir schließlich den Aussichtspunkt Gláma und machten erst einmal eine Pause.

Blick über die Wanderschuhe auf den Gletscher

Wolkenverhangener Gipfel
Die links von uns liegenden Gipfel der Kristínartindar waren in Wolken gehüllt. Eine Besteigung wäre heute vermutlich nicht ratsam gewesen und hätte sich auf Grund der fehlenden Aussicht auch nicht gelohnt.
vereinzelte Pflanzen hoch oben im Skaftafell NP
Sparsamer Bewuchs jenseits der Baumgrenze

Wir bogen ab, um die Gipfel der Kristínartindar halb zu umrunden. Ab hier ging es auf der Westseite des Berges fast nur noch bergab.

Lautes Donnern hinter dem Berg

Wir waren schon ein Stück gegangen, als wir ein Donnern hörten. Michael wollte nicht noch einmal hochsteigen und da ich auch ziemlich erschöpft war, ließ ich meinen kompletten Rucksack bei ihm stehen.

Nach wenigen Minuten erreichte ich den Aussichtspunkt Nyrðrihnaukur. Von hieraus sah ich einen Gletscher, der über einen Berg verlief und an einer hohen, steilen Kante endete. Dann brach ein Teil vom Gletschers ab und stürzte über die Kante weit in die Tiefe. Es war, als könnte ich das folgende Donnern nicht nur hören, sondern auch fühlen. Beeindruckend, aber auch einschüchternd. Es ärgert mich, dass ich keine Kamera mitgenommen hatte.

Zurück zum Ausgangspunkt

Wir stiegen durch die Heidelandschaft ab und mit jedem Meter wurde auch der Bewuchs wieder höher.

Blick auf den Gipfel von der Westseite des Berges
Blick auf die Gipfel der Kristínartindar von der Westseite des Berges.
Blick in das Flusstal Morsárdalur
Blick auf das Flusstal Morsárdalur, das westlich des Berges liegt.

Irgendwann zeigten sich wieder die ersten Bäumchen und schließlich erreichten wir wieder den Campingplatz.

Es war erneut super, im Skaftafell Nationalpark wandern zu gehen. Trotz der Anstrengungen war es eine tolle Wanderung, die allerdings Bergschuhe und nicht nur Leichtwanderschuhe erforderte. Daher hatte leider nur einer von uns beiden Spaß…

Und ein klarer Minuspunkt: keine Alm, kein Weißbier, keine Käseplatte und keine Toilette (und oberhalb von etwa 200m nicht einmal mehr ein geeigneter Busch!)

Tipps und Wissenswertes:

  • Anfahrt zum Skaftafell Nationalpark:
    Der Park liegt im Süden Islands direkt an der Ringstraße 1, etwa in der Mitte zwischen Reykjavík im Westen (320km) und Egilsstaðir im Osten (380km). Den Parkplatz am Visitor-Center erreicht man über eine kurze Zufahrtsstraße.
  • Übernachtung:
    Unser Icelandair Hotel Klaustur* befand sich im ca. 70km entfernten Kirkjubæarklaustur. Das bedeutete zwar jeden Tag eine recht lange An- und Abfahrt, aber das Hotel hat uns sehr gut gefallen. Alternativ gibt es auch das 6km entfernte Hotel Skaftafell*, in dem wir bei unserer ersten Reise 2011 waren oder das recht neue Fosshotel Glacier Lagoon* (ca. 25km). Das kenne ich zwar nicht, aber es hat aktuell gute Bewertungen. Wer sein Bett immer dabei hat, für den steht von Mai bis September der große Campingplatz zu Verfügung.
  • Öffnungszeiten und Eintritt:
    Vom Visitor-Center am großen Parkplatz führt ein breiter Weg am Campingplatz vorbei direkt in den Park. Denn es gibt keine Öffnungszeiten für einen Park-Besuch und der Eintritt ist kostenlos.
  • Aktivitäten:
    Im Park gibt es einige Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen. Während unserer ersten Reise haben wir den Wasserfall Svartifoss besucht, der nur einen Spaziergang vom Campingplatz entfernt ist. Er ist von dunklen Basaltsäulen eingerahmt und gehört aus meiner Sicht zu den schönsten Wasserfällen Islands. Des Weiteren findet man am Parkplatz die Anbieter für geführte Wanderungen oder Gletschertouren.
    Getestet und für gut befunden: Einsteiger-Gletscherwanderung mit Glacier Tours.
  • Essen und Trinken:
    Im Visitor-Center befindet sich neben einer interessanten Ausstellung auch eine Cafeteria mit einer Auswahl an Sandwiches, Suppen, Gebäck etc. Den Kaffee bringt man mit ein bisschen gutem Willen runter… sorry… der hat mich nicht begeistert. Alternativ befindet sich 6km entfernt ein Restaurant schräg gegenüber dem Hotel Skaftafell.

 

Du wanderst gerne, bist aber noch unentschlossen, ob Island wirklich das Richtige für dich ist? Dann solltest du unbedingt meinen Artikel „10 Gründe für eine Island Reise“ lesen!

 

Übersicht meiner Empfehlungen*:

 


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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht. Es bestanden keine bezahlten Kooperationen.

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