3 versteckte Stadtoasen in Würzburg

Würzburger Stadtoasen

Es gibt sie überall: versteckte Stadtoasen, die oft nicht einmal die Einheimischen alle kennen. Wunderschöne Gärten und Parkanlagen, an deren unscheinbaren Zugängen wir ahnungslos vorbeigehen und kleine Paradiese, die wir schlicht nicht erwarten würden. Entdecke mit mir drei versteckte Würzburger Stadtoasen, die nicht jeder kennt.

Kleine Paradiese: Würzburger Stadtoasen, die nicht jeder kennt

Kennst du das auch: du hast in deinem Heimatort deine routinierten Abläufe und Wege und dann entdeckst du plötzlich ein kleines Paradies, an dem du seit Ewigkeiten ahnungslos vorbeigegangen bist?

Manchmal werden wir gezwungen, einen schwarzen Fleck unseres persönlichen Stadtplans zu erkunden (Umgehen einer Baustelle, Termin in unbekannter Gegend). Und manchmal beschreiten wir ganz bewusst neue Wege.

Egal, ob gezwungenermaßen oder in Folge einer bewussten Entscheidung. Gelegentlich wird man überrascht und entdeckt eine hübsche Oase inmitten der Stadt. So ging es mir schon ein paar Mal in Würzburg… und ich lebe hier schon mein ganzes Leben.

Damit du bei einem Besuch in meiner schönen Heimatstadt die versteckten Paradiese nicht verpasst, möchte ich dir meine drei liebsten Würzburger Stadtoasen vorstellen.

Stadtoase 1: Burkarder See

Ein See in der Stadt? Wie kann man denn einen See übersehen? Gute Frage!

Seerosenteich

Der See liegt unterhalb der Grabenbrücke, der Fußgängerverbindung zwischen der Burkarder Kirche und der Leistenstraße. Viele laufen hier Tag für Tag am Fuß der Festung Marienberg entlang. Manche schauen sogar zum See hinunter und nehmen ihn trotzdem kaum wahr.

Burkarder See mit Festung Marienberg

Grabenbrücke über dem See

Nur wenige nehmen sich die Zeit, einmal zum Seeufer zu gehen und noch weniger kennen seinen Namen. Das ist eigentlich sehr schade, denn der See mit seinen Seerosen ist hübsches kleines Idyll.

Entstanden ist der See 1967. Er ist eines der letzten Überbleibsel des 500m langen Umlaufkanals, der im 17. Jhd. unter den Festungshang gebaut wurde. Der See befindet sich direkt vor dem versperrten, alten Tunneleingang.

Abends kann man Fledermäuse beim Jagen über der Wasseroberfläche beobachten und mit Hilfe der Fledermaus-Detektorstation auch live hören. Tagsüber lassen sich Aufzeichnungen von Fledermausrufen abspielen.

Fledermaus-Detektorstation

Stadtoase 2: Gelände der Landesgartenschau von 1990

Schon irgendwie peinlich: ich kann mich noch erstaunlich gut an die Landesgartenschau in Würzburg von 1990 erinnern. Meine besten Erinnerungen stammen zwar von dem tollen Wasserspielplatz, dem damals eindeutig mein Hauptinteresse galt. Aber da sind auch noch viele Bilder von Blumen, Gärten und dem Gelände in meinem Kopf. Obwohl es zu großen Teilen noch existiert, war ich seit 1990 kein einziges Mal auf dem alten Gelände.

Es brauchte erst Google Maps, damit ich auf das Gelände wieder aufmerksam werde. Als ich auf der Karte nach einer Adresse suchte, entdeckte ich den „Japanischer Garten“ und fragte mich, seit wann es in Würzburg einen Japanischen Garten gibt…? Tja, die Recherche ergab, dass der seit 1979 existierende Garten zur Landesgartenschau 1990 neu angelegt wurde… und dass ich ihn damals sogar besucht habe. Das gab mir etwas zu denken.

Aber ich habe festgestellt, dass ich mit diesem Phänomen nicht allein bin. Diejenigen, die damals die LGS miterlebt haben, wissen oft nicht, dass das Gelände noch immer gepflegt wird. Und die Jüngeren, bei denen 1990 vor ihrer Zeit lag, kennen diese „alten“ Würzburger Stadtoasen nicht.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten:

  • November bis März:
    Montag – Freitag von 7:00 – 17:00 Uhr
    Wochenende/Feiertag von 8:00 – 17:00 Uhr
  • April bis Oktober:
    Montag – Freitag von 7:00 – 21:00 Uhr
    Wochenende/Feiertag von 8:00 – 21:00 Uhr

Hier meine beiden Highlights auf dem alten Landesgartenschaugelände:

Rosengarten mit Teepavillon

Der Rosengarten mit Teepavillon stammt aus dem Jahr 1927 und wurde vom Verein der Rosenfreunde angelegt. 1990 wurde der Garten in die Würzburger Landesgartenschau integriert und dabei erweitert.

Eingang Rosengarten mit Teepavillon

Man erreicht den Rosengarten entweder über die Höchberger Straße (Eingang in der Kurve) oder über das Tor an der Zeller Straße. Die zweite Variante führt auch an dem Wasserspielplatz vorbei, an den ich mich noch so gut erinnern kann 😉

Im unteren Bereich des Gartens befinden sich einige Vogelvolieren. Den Mittelpunkt des Gartens bildet der Teepavillon mit seinem schönen, geschwungenen Dach, der von einer rund angelegten Pergola umgeben ist.

Auch fast 30 Jahre nach der Landesgartenschau wird das Gelände noch immer gepflegt und ist ein buntes Paradies für Blumenliebhaber.

Japanischer Garten

Der Japanische Garten liegt direkt neben dem Rosengarten und wurde 1979 auf Grund der Partnerschaft mit der Japanischen Stadt Ötsu angelegt. Zur Landesgartenschau 1990 erfolgte eine Neuanlage.

Würzburger Stadtoasen

Der Garten ist nicht besonders groß, lässt den Besucher aber trotzdem in eine ferne Gartenkultur eintauchen.

Stein mit Japanischen Schriftzeichen
Keine Ahnung, was da steht. Aber es sieht einfach toll aus!

Sehr schön finde ich den Wasserlauf, der über Miniwasserfälle plätschert und unter den Brücken hindurch in den Teich fließt. Hier findet man auch ein paar schöne Koi Karpfen.

Neben dem Wasser ist auch Stein ein typisches Element von Japanischen Gärten. Ohne die Steinwege, Brücken und kleinen „Hinkelsteine“ wäre es einfach nur irgendein Garten mit Teich… sie geben dem Japanischen Garten erst das gewisse Etwas.

Stadtoase 3: Park des Juliusspitals

Der Name Spital verwirrt vermutlich jeden, der nicht aus der Region kommt. Ja, das Juliusspital ist ein Krankenhaus. Aber auch ein Restaurant, eine Bäckerei, ein großes Weingut,… Alles übrigens im selben riesigen Gebäudekomplex an der Würzburger Juliuspromenade.

Brunnen im Garten

Und weil hier alles ein wenig anders ist, so ist auch der Garten nicht nur für die Patienten da. Man sieht zwar durchaus welche, aber die meisten Besucher dieser Würzburger Stadtoase sind Ruhesuchende und ein paar Touristen.

Schon die Verbindung zwischen Juliuspromenade und dem Park ist durchaus reizvoll. Im Innenhof befindet sich ein hübsch angelegter Garten und die Durchgänge zum Park führen durch sehenswerte Tore.

Inmitten des Parks befindet sich auch ein schöner, barocker Gartenpavillon aus dem 18. Jhd., in dem Tagungen, Hochzeiten & Co. stattfinden. Das oben bereits erwähnte Restaurant, die Weinstuben Juliusspital, liegt hinter dem unten abgebildeten Torbogen und ist sehr zu empfehlen.

Wie ich diesen Park gefunden habe? Auf der Suche nach einer Abkürzung. Ich war dann aber so begeistert, dass ich mit der „Abkürzung“ deutlich länger gebraucht habe 😉

 


Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.


 

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