Spaziergang durch die Märchenschlucht

Ein märchenhafter Ort, der zu meinen unerwarteten Entdeckungen der letzten Monate gehört: die Klingenbachschlucht bei Lengfurt. Der ca. 350m lange Graben ist ein verstecktes Kleinod und wäre mit seinem plätscherndem Bach, den Moos überzogene Felsen und einer alten Steinbrücke die perfekte Kulisse für Fantasyfilme à la Herr der Ringe. Am einfachsten erkundet man diesen Ort bei einem Spaziergang durch die Märchenschlucht.

„Lengfurt?“ mag jetzt vielleicht der ein oder andere denken, „Das ist doch eine Autobahnabfahrt der A3!“. Ja, genau und lange Zeit wusste ich auch nicht mehr über den Ort. Bis mich im letzten Sommer quasi der Zufall in den Wald hinter dem Kloster Triefenstein gegenüber von Lengfurt führte.

Die Tour damals startete in Marktheidenfeld und die Mainbrücke bei Lengfurt sollte mein Umkehrpunkt sein. Meine Erwartungen an den Abschnitt im Wald waren dabei eher gering: Bäume, Waldweg und mit Glück ein scheuer Waldbewohner. Umso überraschter war ich, als ich mich an diesem märchenhaften Ort wiederfand.

Einen ähnlichen Aha-Effekt hatte ich bisher nur, als ich das erste Mal durch die Annaschlucht in Würzburg gewandert bin. Sehr peinlich damals: sie liegt fast vor meiner Haustür und trotzdem kannte ich sie lange nicht…

Aber zurück nach Lengfurt. Vor ein paar Tagen habe ich die Klingenbachschlucht erneut besucht. Diesmal aber nicht in einer 16km langen Tour wie beim ersten Mal, sondern als kleiner Spaziergang.

Kurzer Abenteuer-Spaziergang bei Lengfurt

Anreise und Parken

Von der A3 kommend nimmst du die Ausfahrt Lengfurt, fährst in Richtung des Orts und biegst dort zum Kloster Triefenstein ab. Die Klingenbachschlucht liegt oberhalb des Klosters. Fahre also am Kloster und seinen zwei Zufahrten vorbei, und dann du kannst rechts vor einer Schranke parken.

Eckdaten der Tour

  • Länge: 2km
  • reine Gehzeit: ca. eine halbe Stunde
  • Schwierigkeit: mittel (die Strecke ist kurz, hat aber neben einem geringen Höhenunterschied und ein paar Stellen, an denen etwas Trittsicherheit und festes Schuhwerk erforderlich sind)

Der Spaziergang durch die Märchenschlucht beginnt

Vom Parkplatz aus ist es nicht einmal ein Kilometer bis zum Einstieg in die Schlucht.

Ein Warnschild markiert den Einstieg in den Graben, der auf den ersten Blick noch recht unspektakulär erscheint: ein Einschnitt in der Landschaft, der größtenteils hinter den Bäumen verborgen ist. Doch der Hinweis auf gefährliche Abhänge lässt ein kleines Abenteuer erahnen.

Also schön auf dem Weg bleiben und nach Regenfälle ganz besonders vorsichtig weitergehen: die Blätter können wirklich verdammt rutschig sein!

Klingenbachgraben, Triefenstein

Der Weg führt den Hang hinunter und so langsam kann man links des Weges etwas mehr von dem Graben erkennen. Auch das Plätschern des Bachs ist nun deutlich zu hören. Für mich ist das ein Geräusch, das mich geradezu magisch anzieht. Also vorsichtig dem Pfad folgen und der Ursache auf den Grund gehen.

Klingenbachgraben, Triefenstein

Die Brücke in der Klingenbachschlucht

Und dann kann man sie zwischen den Bäumen erkennen: eine Steinbrücke, die einem Märchen entsprungen sein könnte. Wir haben für die 2km lange Wanderung über 2 Stunden gebraucht. Diese Brücke ist der Grund dafür. Obwohl Temperaturen um die 0° herrschten, hielten wir uns hier lange auf und fotografierten die Brücke aus allen erdenklichen Perspektiven.

Wanderung Triefenstein, Spaziergang bei Lengfurt

Kleine und größere Wasserfälle

Wenn man es schafft, dich von diesem Ort loszureißen, führt der Weg weiter den Graben entlang. Schon kurze Zeit später ist Wasserfall erreicht. Über eine dick bemooste Felswand läuft das Wasser zum Bächlein hinab und direkt daneben rauscht das Bächlein auch geräuschvoll einige Meter hinab. Wenn hier bei anhaltend kalten Temperaturen alles vereist ist, kann man hier sicher auch tolle Fotos machen.

Platz mit Aussicht auf den Klingenbachgraben und den Wasserfall, der die Felswand hinabrieselt.

Auf dem weiteren Weg nach unten ziehen noch einige interessante Abschnitte der Schlucht vorbei und wir konnten nicht anders, als auch dort unten noch einige Fotos zu machen. Aber Achtung: da kann man sich komplett mit rötlichem Schlamm einsauen 😉 Aber das Bild war es wert, oder?

Spaziergang bei Lengfurt, Klingenbachgraben

Der überhängende Fels

Hat man die Klingenbachschlucht verlassen, führt der Weg parallel zum Main weiter. Man passiert die Schleuse Lengfurt und biegt vor dem Kloster wieder in den Wald ab.

Der Weg führt den Hang hinauf, wo man auf einen überhängenden Fels trifft. Hier verrät auch eine Infotafel, woher sowohl Kloster als auch der Ort Triefenstein ihren Namen haben. Es könnte naheliegender nicht sein: wegen des triefenden Steins. In der näheren Umgebung gibt es 3 Quellen geben, die unter anderem die Bewohner des Klosters versorgt haben.

Von hieraus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Parkplatz, wo man den Spaziergang durch die Märchenschlucht und vorbei an triefenden Steinen beendet.

Spaziergang durch die Märchenschlucht auf Komoot

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Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.



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