Schlaflos in Tansania – das Ngorongoro Wildcamp

Ngorongoro

Eine Nacht in einem nicht eingezäunten Wilderness Camp wie dem Ngorongoro Wildcamp in Tansania… wenn man so etwas noch nicht erlebt hat, ist man zugleich erschrocken und vielleicht verängstigt, aber auch überrascht, begeistert und fasziniert. Wer da noch an Schlaf denkt, hat sich die falsche Reise ausgesucht.

Aufregende Übernachtung nahe dem Ngorongoro Krater

Ngorongoro

Hier eine kleine Übersicht über den Inhalt:

Das Ngorongoro Wildcamp

Nach einer Nacht am Arusha Nationalpark startete unsere Safari in Tansania am Ngorongoro Krater.

Unsere Unterkunft war das Ngorongoro Wildcamp*, das nördlich des Eyasi-Sees liegt. Wir hatten ein Safarizelt aus festem Canvas, das auf einer stabilen Holzplattform stand. Am hinteren Ende des Zelts schloss direkt ein gemauertes Bad an.

Die Fenster bestanden aus einem festen (Moskito-)Netz, das mit Canvas geschlossen werden konnte. Aber wer macht denn sowas? Das verdirbt ja den ganzen Spaß! Im Gegensatz zu einigen unserer Mitreisenden wussten wir, was uns erwartet. Also rollten wir die meisten Canvas-Bahnen hoch und befestigten die Rollen über den Fenstern.

Ein leichtes Lüftchen wehte durch das Zimmer und strich über die dünnen Moskitonetze der Betten. Also Bettdecke bis zur Nase und schlafen so lang es geht.

Schlaflos in Tansania

Plötzliches Rascheln in der Nacht

Ich wachte auf. Irgendetwas raschelte. Sofort war ich vor hellwach.

Keine Ahnung, wie viel Uhr es war. Aber das war in dem Moment auch vollkommen unwichtig. Was hat da gerade geraschelt?!

Was hat mich geweckt?

Die Betten standen direkt an den Fenstern. Also wickelte ich mich in meine Bettdecke, kniete mich auf mein Kissen und rückte mein Moskitonetz zurecht, um besser nach draußen blicken zu können.

Der Mond war bereits aufgegangen und tauchte die Fläche bis zum nächsten, etwa 20m entfernten Zelt in ein mystisches Licht. Am Rand meines Blickfelds konnte ich die großen Bäume erkennen, welche die Safarizelte teilweise überragten. Mich irritierten aber die Bäume direkt vor dem Fenster. Standen die wirklich so nah am Zelt?

Ich sehe es nicht, aber da ist etwas!

Und noch bevor ich mir einen Reim darauf machen konnte, raschelte es erneut irgendwo am Zeltdach. Erschrocken zuckte ich zusammen. War da etwas über mir? Vielleicht im Zelt?! Mein Blick schoss nach oben. Doch im Zelt war es dunkel und ich konnte nichts sehen. Mir lief ein leichter Schauer über den Rücken.

Ablenkung oder Ursachenforschung?

Ich blickte wieder nach draußen. Um ich abzulenken. Oder die Ursache des Raschelns irgendwo draußen im Licht des Mondes zu suchen? Ich weiß es nicht.

Mein Blick blieb unwillkürlich wieder an den Baumstämmen hängen. Er glitt an den Stämmen entlang nach oben… wo sie sich plötzlich vereinten…? Zusammenwuchsen…? … ?!

Und während ich diese Vereinigung noch irritiert zu analysieren versuchte, bewegten sich die Stämme plötzlich.

Erschrocken wich ich vom Fenster zurück, erkannte aber im selben Moment meinen Fehler: das waren keine Stämme. Das waren die langen Beine eines riesigen Giraffenbullen. Er stand direkt vor mir im Licht des Mondes.

Plötzlich raschelte es wieder über mir. Und da wurde mir auch klar, warum: der Giraffenbulle kleckerte beim Naschen in der Baumkrone auf das Zeltdach.

Ich musste ein Lachen unterdrücken. Die Situation war einfach zu verrückt. Aber ich durfte die Giraffe nicht erschrecken, sonst konnte ich sie Michael nicht mehr zeigen.

Bevor ich ein Fenster weiter zu Michaels Bett schlich, schaute ich noch einmal nach draußen. Nur um sicher zu gehen, dass das gerade wirklich passiert war und ich nicht träumte.

Wer Schlaf sucht, ist hier falsch

Während dieser Nacht knieten wir noch einige Male in unseren Betten am Fenster. Oder wir wanderten durch das Zimmer auf die andere Seite, um von dort aus die nächtlichen Besucher zu beobachten und ihren Weg um unser Zelt herum zu verfolgen.

Nächtliche Tiersichtungen

Einmal weckte mich ein Schnauben und auf der Fläche zwischen den Zelten stand eine kleine Herde Zebras. Ein anderes Mal weckte mich das Heulen und Lachen einer Hyäne, die ganz nah am Camp gewesen sein muss. Sehen konnte ich sie aber nicht.

Zu meinen Highlights dieser Nacht gehört auch ein Honigdachs. Zumindest bin ich fast sicher, dass es einer gewesen sein muss. Ich sah ihn zwar nur kurz, bevor er außer Sicht verschwand. Aber unser Reiseleiter bestätigte meine Beschreibung eines kurzbeinigen, langen Tieres mit einem längeren Schwanz.

In der zweiten Nacht reihte sich dann noch der an ein Stöhnen erinnernde Ruf eines Löwen in die Liste der aufregenden, nächtlichen Aktivitäten ein.

Sicher inmitten der Wildtiere

Ob Hyäne, Löwe oder andere Tiere: Angst braucht man nicht zu haben. Eine Gruppe Massai bewacht das Camp die ganze Nacht. Gelegentlich hört man sie murmeln, wenn sie während ihrer nächtlichen Rundgänge am Zelt vorbeigehen.

Aber es ist verboten, nachts das Zelt zu verlassen. Das wäre leichtsinnig…

 


Bildquelle:

Die Bilder sind von meinem Bruder Clemens Mog. Ich hatte leider keine Fotos des Camps gemacht.

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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht. Es bestanden keine bezahlten Kooperationen.

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