Namibia – schlaflose Nacht in Onguma

Während unserer Namibia Reise hatten wir das Glück, zwei Nächte im Tree Top Camp des Onguma Game Reserves direkt vor den Toren des Etosha Nationalpark verbringen zu können. Während der ersten Nacht erlebten wir, was es für den erholsamen Schlaf bedeutet, in einem nicht eingezäunten Camp zu schlafen.

Das Onguma Game Reserve in Namibia

Das Tree Top Camp steht komplett auf hohen Stelzen und hat nur 4 Chalets, die auf ein Wasserloch ausgerichtet und über Stege mit dem Restaurant verbunden sind. Nachts wird die „Zugbrücke“ hochgezogen, damit keine Tiere ins Camp eindringen können und ein Mitarbeiter schiebt Nachtschicht, um die Umgebung im Auge zu behalten.

Des Chalets im Onguma Tree Top Camp
Das Chalet war klein, aber vollkommen ausreichend. Innerhalb befand sich das Waschbecken und eine abgeteilte Toilette, auf der Veranda lag die Außendusche. Die vordere Front des Chalets konnte man nachts mit festen Canvas-Stoff verschließen.

Nervige Zimmergäste

Unsere erste Nacht in dem nicht eingezäunten Camp zeigte sich gleich von der aufregenden Seite. Anfangs nervte nur das Gepfeife der Fledermäuse, die in unserem Chalet nach einem Snack suchten. Die offene Front zur Veranda hatten wir zwar mit festem Canvas-Stoff verschlossen, aber die Tiere kamen über den Schlitz zwischen Fassade und Dach herein. Da wir unter dem Moskitonetz lagen, hatten wir aber einigen Abstand zu den Fledermäusen und schliefen irgendwann ein.

Irgendetwas ist da draußen…

Mitten in der Nacht schreckte ich hoch. Holz knackte und etwas bewegte sich… da draußen war irgendetwas! Es hörte sich an, als würde bei jedem Schritt der Boden verdichtet. Ich weckte Michael und wir lauschten den Schritten, die ganz nah an unserem Chalet sein mussten. Ich merkte, dass mein Herz klopfte. Trotzdem überlegte ich kurz, ob ich einen Blick riskieren sollte. Aber draußen und im Chalet war es furchtbar kalt und ich hätte im Dunkeln noch nach dem Reißverschluss des Canvas-Stoffs suchen müssen. Außerdem, wer weiß, was ich sehen würde? Den schweren Schritten nach zu urteilen vermutlich einen Elefanten. Aber wie würde der reagieren, wenn er mich bemerkte?

Wir entschieden uns beide dagegen und lauschten, wie sich die Schritte langsam entfernten und schliefen dann wieder ein.

Erneut aus dem Schlaf hochgeschreckt

Plötzlich war ich wieder hellwach. Ich kann nicht sagen, ob mich das aufgeregte Schlagen meines Herzes geweckt hatte oder das Geräusch, das wie ein Platschen im Wasser klang. Das Wasserloch befand sich etwa 20m vor uns. Irgendwelche Tiere waren am Wasserloch. Aber warum war da so eine Aufregung? Die Tiere selbst blieben vollkommen still und es waren nur die Geräusche des Wassers zu hören. Michael war inzwischen auch wieder wach und gemeinsam lauschten wir. Das Thema „Nachschauen“ hakten wir schnell ab. Mal abgesehen davon, dass keiner von uns seine kuschelig-warme Decke verlassen wollte, vermuteten wir, dass wir wegen des hohen Grases im Wasserloch ohnehin nicht viel gesehen hätten. Blieb uns nur das aufregende Hörspiel, das alle möglichen Bilder in unsere Fantasie zauberte und uns noch bis in unsere Träume begleitete.

Todmüde beim Frühstück

Am nächsten Morgen erschienen wir total unausgeschlafen beim Frühstück und wir fragten, was in der Nacht los gewesen war. Die Vermutung zu den schweren Schritten wurde bestätigt: es waren zwei Elefanten-Bullen, die erst am Wasserloch waren und dann direkt an unserem Chalet vorbeigingen. Als wir später an unserer Veranda herunterschauten, sahen wir zahlreiche, frische Dung-Bomben direkt vor unserem Chalet liegen. Hätte ich in dieser Nacht einen Blick nach draußen geworfen, hätte ich die nächtlichen Besucher fast anfassen können. Nicht auszumalen, wie sie auf meine Anwesenheit reagiert hätten.

Als wir das zweite Mal wach wurden, trieben einige Hyänen eine Gruppe Kudus hin und her durch das Wasserloch. Das erklärte das aufgeregte Platschen im Wasser. Die Hyänen hatten aber keine Beute gemacht, was uns schon ein wenig beruhigte.

Ruhigere, zweite Nacht in Onguma

Die zweite Nacht war weit weniger aufregend. Die Fledermäuse nervten wieder und in der Ferne war der rhythmisch stöhnende Ruf eines Löwen zu hören. Nachdem wir aber erst einmal eingeschlafen waren, wachten wir erst am nächsten Morgen wieder auf. Vielleicht waren wir aber auch von der vorherigen Nacht so müde, dass wir die nächtlichen Besucher gar nicht mitbekamen.

 


Dieser Artikel enthält keine Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.


 



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