Der Harz ist eine riesige Wanderregion, die für begeisterte Wanderer unzählige Wege mit unterschiedlichen Facetten bereithält. Die Möglichkeiten für 3 Tage Wandern im Harz sind bei der enormen Menge an Wanderwegen geradezu gigantisch und es ist schwer, sich für bestimmte Touren zu entscheiden. Daher möchte ich dir eine kleine Hilfestellung bieten und dir 3 Wanderungen vorstellen, die mich begeistert haben.
Inhaltsverzeichnis
Tourenvorschläge für 3 Tage Wandern im Harz
Der Harz – eine schützenswerte Wanderregion
Der Harz ist ein Mittelgebirge, das auf dem Schnittpunkt der Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegt. Bereits 1960 wurde mit dem Naturpark Harz ein Teil der Region unter Schutz gestellt, doch vor allem in den 2000ern wurde in Sachen Schutzgebiete aufgerüstet:
- Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt 2003
- Nationalpark Harz 2006
- Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz 2009
- Naturpark Südharz 2010
- hinzukommen Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete und der Geopark Harz
Wen wundert es bei so viel schützenswerter Natur, dass der Harz eine beliebte Urlaubs- und Wanderregion ist? Und vor allem letztere kommen hier voll auf ihre Kosten, denn neben den Weitwanderwegen wie beispielsweise dem bekannten Harzer-Hexen-Steig (ca. 100) oder dem Karstwanderweg Südharz (ca. 170km) locken insgesamt rund 8.000km an Wanderwegen! Langweile kommt da erst einmal nicht auf 😉
3 Tage Wandern im Harz – meine Empfehlungen
Unser Hotel lag in Wernigerode. Und da es bei so vielen tollen Wanderwegen vollkommen unnötig ist, weite Strecken zu fahren, beschränkten wir uns auf die Region zwischen Ilse- und Bodetal. Eine Tour zum Brocken findest du hier also nicht, aber vor allem während unserer Wanderung im Ilsetal hatten wir einen schönen Blick auf den höchsten Berg des Harz (1141m ü. NN).
Meine Tourenvorschläge:
- Durch das Ilsetal zum Ilsestein 15km
- Über den Kammweg der Teufelsmauer 5km
- Harzer-Hextensteig – die letzte Etappe bis Thale 9km
Die Reihenfolge der Wanderungen ist übrigens kein Ranking, sondern einfach chronologisch. Jede Tour hatte ihren besonderen Reiz und ich möchte ihnen daher keinen Platz zuweisen.
Falls du übrigens bei deinem Aufenthalt im Harz einen Regentag haben solltest, empfehle ich dir einen Besuch im Luftfahrtmuseum in Wernigerode. Ich bin eigentlich kein Technikfan, aber das Museum hat mich total begeistert 🙂
1. Wanderung: Durch das Ilsetal zum Ilsestein
Die Wanderung durch das Ilsetal ist eine schöne Kombi aus Bachplätschern und Weitsicht. Es war unsere erste Tour im Harz und hat uns sofort umgehauen.
Eckdaten der Tour
- Länge: 15 km
- reine Gehzeit: ca. 4 – 4,5 Stunden
- Schwierigkeit: leicht
- Wegmarkierung: keine, da selbst geplant
Los ging es an den Infotafeln nahe dem Wanderparkplatz in Ilsenburg (Achtung: der erste, kleine Parkplatz ist kostenlos, der Wanderparkplatz wenige Meter weiter ist kostenpflichtig). Die Ilse fließt hier über Kaskaden unter einer Brücke hindurch und ich habe mich sofort ein bisschen in den kleinen Fluss verliebt.
Der Weg führte am Wasser entlang. Nach dem Ortsende ging es auf einem urigen Pfad neben der Ilse weiter, die lustig plätschernd um die vielen Felsbrocken in ihrem Bett herumstrudelte. Hier und da lockten kleine Wasserfälle und Mini-Wildwasser-Abschnitte, die wir mit Stativ und Kamera in fließenden Samt verwandelten.
Mit dieser Idee der Langzeitbelichtungen waren wir keineswegs allein, denn es wanderten noch weitere Stative an uns vorbei. Überhaupt waren an diesem sonnigen Sonntag sehr viele Menschen unterwegs. Wie das halt mit schönen Ecken ist: man hat sie nur bei schlechtem Wetter für sich allein 😉 Wenn uns die anderen Wanderer zu viel wurden, wechselten wir über eine der vielen Brücken auf die Rennstrecke, die in Form eines breiten Forstwegs jeweils auf der anderen Seite der Ilse verlief.
Dann stieg der Weg an und die Wasserfälle wurde ein kleines bisschen rauschender. In der Ferne war der Brocken mit seinem toten Wald zu erkennen. Wie eine Armee aus Zahnstochern ragten die abgestorbenen Fichten gen Himmel und verwandelten dem Berg in einem überdimensionierten Igel.
Unser Weg zweigte in Richtung Waldgasthaus Plessenburg ab und bot dank der erreichten Höhe Weitblick in Richtung Brocken und Ilsenburg. Den Windungen des Ilsetals folgend wechselte Totholz zu grünem Wald und wenig später war das Waldgasthaus erreicht.
Nach einer Stärkung folgte ein weiter Bogen, an dessen Ende die Paternosterklippe wartete (Titelbild). Leider wurde sie gerade von einem Vater-Sohn-Gespann belagert, so dass mir der Blick ins Tal verwehrt war. Das holte ich dann wenig später am Ilsestein nach, der sogar mit einem Kreuz für Beweisfotosammler lockt. Um zum Kreuz und der Aussicht zu gelangen, muss man am Rasthaus Ilsestein einem Pfad folgen (ist ausgeschildert).
Ab hier ging es dann nur noch bergab, bis wieder die Ilse und wenig später der Parkplatz erreicht waren.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen2. Wanderung: Über den Kammweg der Teufelsmauer
Die Teufelsmauer ist eine markante Felskette bei Blankenburg. Es gibt einen einfachen Weg, der unterhalb der Felsen entlangführt und den Kammweg, den ich jedem mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ans Herz legen möchte. Die Strecke ist keineswegs schwer – schließlich waren auch Familien mit Kindern unterwegs – aber ungleichmäßige Stufen in den Felsbrocken sind eben nicht Jedermanns Sache.
Eckdaten der Tour
- Länge: 5 km
- reine Gehzeit: ca. 1,5 Stunden
- Schwierigkeit: mittel, da Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorhanden sein sollten
- Wegmarkierung: beschriftete Wegweiser
Der Parkplatz vor der Touristeninfo Blankenburgs bot sich als Startpunkt an und der Einstieg zur Teufelsmauer war schon nach 150m erreicht. Zunächst ging es bergauf über einen Wurzelhang. Einen festen Pfad schien es hier nicht zu geben und so suchten wir uns einfach unseren eigenen Weg.
Die erste Ansammlung großer Felsbrocken entpuppte sich als Großmutterfelsen, der über einen Weg auf der Rückseite leicht zu erklimmen ist. Der Blick reicht über Blankenburg hinweg zum Schloss, das imposant am gegenüberliegenden Berg steht.
Beim Felsen nebenan handelt es sich um den Großvaterfelsen, der von einem höheren Aussichtspunkt gekrönt wird. Dieser ist etwas schwieriger zu erreichen, da ein bisschen Klettern über ungleichmäßige Stufen erforderlich ist. Geländer und Metallgriffe im Fels geben Sicherheit und die Aussicht von oben ist noch etwas spektakulärer als vom Großmutterfelsen.
Die weitere Strecke gleicht einem Abenteuerspielplatz. Zumindest empfand ich das spannende Balancieren über Felsen und krumme Stufen hinweg als aufregenden Spaß, wie ich ihn selten auf so wenigen Kilometern erlebt habe. Vergleichbar ist der Kammweg z. B. mit dem Luftigen Grat bei Oberstaufen im Allgäu, der zu meinen liebsten Wanderwegen überhaupt zählt.
Das könnte dich auch interessieren
Wandern im Allgäu – Premiumweg Luftiger Grat
Wir kamen beide nicht mehr aus dem Staunen, Gucken und Fotografieren heraus. Ein Junge von vielleicht 8 Jahren fand die richtigen Worte: „Mama, der Weg ist der Hammer, der absolute Hammer!“ Dem kann ich nur zustimmen.


Nach der Heidelbergwarte, einem früheren Aussichtspunkt und Wachposten, führte der Weg ins Tal. Wir suchten uns unseren eigenen Weg nach rechts den Hang hinunter und das entpuppte sich als gute Entscheidung. Wer bis zum Ende des Wegs weiterläuft, trifft auf einen steilen, glattgeschliffenen Hang, der geradezu zum unkontrollierten Rutschen einlädt.
Man kann hier weiterlaufen und weitere spektakuläre Felsen bestaunen wie das Hamburger Wappen oder den Orakelfelsen. Beide kenne ich leider nur als Komoot-Highlights, da wir uns mit der Zeit auf dem Kammweg vollkommen verschätzt hatten. Wer hätte gedacht, dass wir für 3km 2,5 Stunden brauchen würden und ein längeres Parkticket gebraucht hätten! Wir mussten an dieser Stelle leider abbrechen und den fast schon langweiligen Rückweg durch den Wald nehmen.
Wenn du diese Wanderung nachwandern möchtest, plane bei der Parkdauer am besten reichlich Zeit ein. Es ist ärgerlich, wenn man eine spannende Wanderung vorzeitig abbrechen muss, weil man zu knausrig war.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen3. Wanderung: Harzer-Hexen-Steig – die letzte Etappe bis Thale
Der Harzer-Hexen-Steig hatte mich seit dem Moment interessiert, als ich mich einige Monate vor unserem Urlaub erstmals genauer mit dem Harz beschäftigte. Allerdings kann ich Zuhause mit einer mehrtägigen, 100km langen Wanderung nicht punkten 🙁 und so verwarf ich das Thema wieder.
Umso mehr freute ich mich, als sich zumindest eine Schnupper-Wanderung auf den letzten Kilometern des Weitwanderwegs ergab: von Treseburg durch das Bodetal bis Thale.
Eckdaten der Tour

- Länge: 9 km
- reine Gehzeit: ca. 2,5 Stunden
- Schwierigkeit: leicht, aber mit unebenem Weg
- Wegmarkierung: Hexe auf Besen
Wir parkten das Auto in Thale und fuhren vom Bahnhof aus mit der Buslinie 257 bis Treseburg/Rübezahl. Besitzer einer Gästekarte fahren kostenlos, alle anderen zahlen 2,50€ (Stand Oktober 2021).
Da der Wanderweg komplett an dem Flüsschen Bode entlangführt, war der Einstieg auf der anderen Seite der Brücke schnell gefunden. Und dann ging es auf 9km immer am Wasser entlang: mal in Sichtweite, mal nur in Hörweite des Rauschens und Plätscherns.
Der Weg schlängelt sich ebenso wie das Flüsschen durch das Tal und ist teilweise von imposant aufragenden Hängen eingerahmt. Wo es eng wird zwischen Wasser und grobem Fels, schmiegt er sich an den Stein und nur ein Geländer trennt den Wanderer vom Abgrund. Aber keine Angst, der Weg ist keineswegs schwer zu gehen oder gar gefährlich.
Aber auf eines sollte man unbedingt achten: der Weg ist steinig und aus Erfahrung kann ich sagen, dass man jederzeit auf seinen Weg schauen sollte! Als ich einmal nicht aufpasste, passierte es und der Boden kam erschreckend schnell näher. Mir ist bei dem Sturz nichts passiert, aber das Objektiv meiner Kamera hat dabei leider das Zeitliche gesegnet… Sehr ärgerlich.
Nach einem kleinen Aufstieg führte der Weg über Serpentinen wieder hinunter zur Bode und über die Teufelsbrücke auf die andere Talseite. Nahezu jeder Wanderer bleibt hier stehen, um die Brücke zu fotografieren. Und auch ich wartete geduldig auf meine Chance, sie ohne wanderndes Beiwerk abzulichten.
Kurz darauf lockte dann der Biergarten des Gasthauses Königsruh zu einer Pause. Nicht nur wegen Speis‘ und Trank, sondern auch wegen der Jungfernbrücke, die hier sehenswert die Bode überspannt.
Und dann war es nicht mehr weit bis zum Ziel in Thale. Auf beiden Seiten der Bode führen Wege dorthin, aber wir blieben auf der Biergarten-Seite und genossen die Reststrecke am Wasser entlang.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenWie eingangs schon erwähnt, gibt es im Harz unglaublich viele Wanderwege, von denen zweifellos auch einige andere absolut empfehlenswert sind. Meine Tourenvorschläge für 3 Tage Wandern im Harz sollen und können daher nur eine Anregung sein.
Wenn du Wandertipps zum Harz hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht.
Hallo Verena,
sehr schöne Harzwanderungen, die du auf dieser Seite zusammengestellt hast. Schade, dass du die Rosstrappe über die Schurre nicht gegangen bist. Das lohnt sich wirklich. Ich verlinke mal meine Harz-Übersichtsseite mit 67 Wanderungen. Falls du mal wieder im Harz unterwegs bist, kannst du vorher paar Ideen holen.
Ein schönes Wanderjahr
Torsten
Vielen Dank, Torsten. Darauf werde ich bei Gelegenheit zurückkommen 🙂
Liebe Grüße
Verena