Gefrorener Nebel – winterliche Makrofotografie

Gefrorener Nebel

Ich tauche ein in die eine glitzernde Märchenwelt weißer Kristalle. Die filigranen Stacheln überziehen alles um mich herum. Doch dieses Wunderland ist nicht von Dauer, denn die bizarr anmutenden Kristalle sind gefrorener Nebel. Ein kurzlebiges, aber spannendes Fotomotiv für winterliche Makrofotografie.

Gefrorenen Nebel fotografieren

Stacheln an den Samen einer Line

Dieser Artikel schlummert schon ziemlich lange in meinen Entwürfen – genau genommen seit über einem Jahr. Aber irgendwie hat sich im letzten Winter keine Veröffentlichung ergeben. Jetzt wird es aber Zeit! Nicht dass plötzlich der Frühling vor der Tür steht und sich niemand mehr für Schnee und Eis interessiert 😉

Entstehung von gefrorenem Nebel

Wie entsteht Nebel?

Nebel ist eigentlich nichts anderes als eine sehr tief hängende Wolke. Er entsteht vor allem am Abend oder in der Nacht, wenn sich feucht-warme Luft in Bodennähe abkühlt. Dann kommt es zur Kondensation, bei der sich die Feuchtigkeit in der Luft zu immer größeren Tröpfchen zusammenschließt, bis wir sie sehen können.

Wie entsteht gefrorener Nebel?

Kühlt sich die feucht-warme Luft so stark ab, dass die Temperatur unter Null Grad sinkt, setzen sich Eiskristalle ab, die je nach Intensität und Bedingungen einen eisigen Pelz oder auch lange Eisstacheln formen.

In meiner Region kommt gefrorener Nebel meist nur in einer schwächeren Form vor. Und wenn die Bedingungen dann einmal passen, habe ich fast immer das Pech, dass ich einen Termin habe, mein Job ruft oder ich es schlicht zu spät bemerke. Aber immer, wenn sich die Gelegenheit bietet, bin ich mit der Kamera draußen.

Und auch wenn es draußen ziemlich ungemütlich ist, solltest du dir diese zauberhafte Märchenwelt nicht entgehen lassen. Nimm deine Kamera mit und los geht’s!

Flusslandschaft im Eismantel

Kameraausrüstung

Die Details des gefrorenen Nebels nimmst du am besten in der Nahaufnahme auf.

Es ist Geschmackssache und meist auch eine Frage des Geldbeutels, ob du für die Makrofotografie ein spezielles Makro- oder ein Zoomobjektiv, Zwischenringe, Nahlinsen oder einen qualitativ hochwertigeren Achromat verwendest.

Früher nahm ich meist ein Standardzoom und ergänzte es gegebenenfalls mit einem Achromat. Dieser besteht im Gegensatz zu einer einfachen Nahlinse aus zwei Linsen, welche die optischen Bildfehler der jeweils anderen korrigieren. Dadurch entsteht ein qualitativ besseres Foto.

Inzwischen verwende ich meist ein 100mm-Makro- oder ein Telezoomobjektiv mit einer Brennweite bis 200mm. Da ich aber die meisten der genannten Varianten schon ausprobiert habe, kann ich aus Erfahrung sagen, dass man durchaus auch mit einem kleinen Geldbeutel gute Makroaufnahmen machen kann.

Die meisten Bilder in diesem Artikel sind mit relativ einfachen Mitteln entstanden und bis zu 12 Jahre alt (z. B. das linke Bild). Wie du siehst, braucht es also weder das neuste noch das teuerste Equipment 🙂

Kamera-Akkus bei kalten Temperaturen

Gefrorener Nebel setzt niedrige Außentemperaturen voraus, mit denen nicht nur wir Fotografen klarkommen müssen. Vor allem die Leistung der Kamera-Akkus sinkt bei Kälte. Für einen ungestörten Fotoausflug in die winterliche Landschaft empfehle ich daher die Mitnahme eines Ersatz-Akkus. Um dessen Leistung zu erhalten, trägst du ihn am besten unter der warmen Jacke oder wärmst ihn in der Hosentasche.

gefrorener Nebel

gefrorener Nebel Blätter

Handschuhe

Bei kalten Temperaturen sind Handschuhe beim Fotografieren unverzichtbar, denn das Gehäuse der Kamera passt sich auf sehr unangenehme Weise der Außentemperatur an. Das kann schnell den Spaß an einem winterlichen Fotoausflug verderben.

Du solltest aber mit den Handschuhen noch ein Gefühl für den Auslöser haben und Einstellungen an der Kamera vornehmen können. Für spezielle Fotohandschuhe musst du die Fotografie bei kalten Temperaturen schon etwas ambitionierter betreiben. Eine günstige Alternative sind dünne Handschuhe, über die du dickere, fingerlose Handschuhe ziehst.

Ich finde auch Taschenwärmer nicht verkehrt, um zwischendurch die steifen Finger wieder aufzutauen.

gefrorener Nebel an Linde

Fotografie des gefrorenen Nebels

Da die Lichtverhältnisse bei gefrorenem Nebel meist recht trüb sind, wäre die Verwendung eines Stativs vermutlich keine falsche Entscheidung. Ich selbst bevorzuge jedoch Freihandfotografie und benutze nur ungern ein Stativ. Das wäre noch so ein frostig-kaltes Ding, das ich herumschleppen muss.

Daher versuche ich immer, einen Mittelweg zwischen Blende, Höhe des ISO-Werts und der Länge der Verschlusszeit zu finden. Die perfekten Einstellungen gibt es hierbei nicht, da sie von den folgenden Punkten abhängen:

  • den aktuellen Lichtbedingungen
  • der Lichtstärke deines Objektivs
  • dem Rauschverhalten deiner Kamera
  • ob du ein Stativ verwendest oder aus der Hand fotografierst
  • und natürlich deinem persönlichen Geschmack hinsichtlich der Schärfentiefe

filigraner gefrorener Nebel

Nach einem winterlichen Fotoausflug

Wie bereits oben erwähnt, kühlt die Kamera bei niedrigen Temperaturen extrem aus. Daher solltest du darauf achten, dass du sie langsam wieder „auftauen“ lässt. Sonst bildet sich unter Umständen Kondenswasser in der Kamera.

Dieses Problem kannst du auch umgehen oder zumindest reduzieren, indem du eine Tüte wie beispielweise einen Gefrierbeutel verwendest. Nach dem Ausflug die Kamera in die Tüte packen, die (feuchte) Luft herausdrücken und gut verschließen. Nach der Erwärmungsphase zu Hause kannst du die Kamera wieder herausholen.

Ist es doch einmal passiert und das Kondenswasser hat sich in und auf der Kamera breit gemacht, gehst du am besten folgendermaßen vor: trockne die Kamera mit einem Tuch ab und bring sie an einen nicht zu warmen Ort mit guter Luftzirkulation. Dann heißt es abwarten.

So, jetzt braucht es nur noch die perfekten Bedingungen für gefrorenen Nebel. Viel Spaß beim winterlichen Fotografieren!


gefrorener Nebel Blätter


 

Trifft Nebel auf Frost, entsteht gefrorener Nebel, welche die Landschaft mit einem weißen, bizarren Teppich überziehen. Perfekte Motive für Makrofotografie im Winter.
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Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung und es bestanden keine Kooperationen. 


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