Spaziergang im Vogelschutzgebiet Garstadt

Vogelschutzgebiet Garstadt

Schon am Parkplatz ist es unüberhörbar: ein lautes Durcheinander aus Gezwitscher und Geschnatter. Wer den Vogelstimmen folgt, erreicht das Vogelschutzgebiet Garstadt. Durch dieses vogelreiche Naturparadies führt ein Rundweg, der sich hervorragend für einen Spaziergang eignet.

Das Vogelschutzgebiet Garstadt

Wenn du meinen Blog öfters besuchst, hast du sicher schon gemerkt, dass ich gerne Vögel fotografiere. Dazu habe ich z. B. schon einen Artikel über Islands Vogelwelt veröffentlicht, den ich dir auch empfehlen kann.

Diesmal bleibe ich allerdings in Deutschland. Denn unsere Vogelwelt hat mehr zu bieten als Amseln und Spatzen.

Entstehung eines Naturparadieses

Das Vogelschutzgebiet Garstadt liegt südlich von Schweinfurt in Unterfranken und besteht aus alten Kiesgruben, die bereits seit einigen Jahrzehnten sich selbst überlassen werden. In dieser Zeit hat sich ein Naturparadies entwickelt, in dem sich im Laufe des Jahres über 250 Vogelarten tummeln.

Heidenfeld
Der kleine Ort Heidenfeld, der nahe dem Schutzgebiet liegt

Dazu zählen Arten wie das Blaukehlchen, Bekassinen, zahlreiche Entenarten wie die Reiherente, Schwarzmilane und Eisvögel. Einige bleiben länger, andere legen hier nur eine Rast ein. Und wer weiß, was sich bisher erfolgreich im dem breiten Schilfgürtel versteckt hat, der sich teilweise an der Uferlinie entlang zieht…

Tafelente

In direkter Nachbarschaft befindet das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, das 2015 vom Netz genommen wurde. Seine Türme ragen surreal über die Bäume des Schutzgebiets hinaus und erschaffen eine Kulisse, die auch an einen postapokalyptischen Film erinnern könnte. Der Bau in den 1970er Jahren war der Auslöser für das Schutzgebiet, da Naturschützer auf Ausgleichsflächen für das AKW bestanden.

Spaziergang entlang des Rundweges

Um die Seen des Schutzgebietes führt ein schöner 5km langer Rundweg, der teilweise direkt am Ufer entlang führt. Ein Aussichtsturm verschafft den nötigen Überblick über die weiten Seen und ermöglich auch einen ungehinderten Blick über den Schilfgürtel hinweg.

Du magst jetzt vielleicht denken: 5km? Das ist locker in 1,5 Stunden zu schaffen. Ähm, nein. Eigentlich nicht. Es ist kaum möglich, den Rundweg ohne ständige Unterbrechungen durchzulaufen. Dafür ist die Vogelwelt eine viel zu große Ablenkung.

Also wir waren über 3 Stunden unterwegs und ich hätte mich dort noch viel länger aufhalten können. Aber der Magen hat geknurrt 😉

Los geht’s

Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz, dem man von dem Ort Heidenfeld aus erreicht (von der Hauptstraße den Wanderhinweisschildern folgen). Hier musst du entscheiden, ob du lieber mit- oder gegen den Uhrzeigersinn laufen möchtest. Aus irgendeinem Grund laufe ich gerne gegen den Uhrzeigersinn. Auf diese Weise bildet der Aussichtsturm die letzte Station… quasi das Highlight am Ende des Weges.

Wenn du übrigens nur wenig Zeit hast, ist der Aussichtspunkt eine lohnenswerte Kurzversion der Tour, die sicher Lust auf mehr macht.

Ochsenfurter See

Dem Weg in Richtung Büsche und Bäume folgend, erreicht man recht schnell den Ochsenfurter See. Dieser wird auf den Infotafeln als optionale Erweiterung angegeben. Da sich hier aber einige Sitzgelegenheiten und ein geschützter Beobachtungsposten befinden, ist der vergleichsweise kleine See die perfekte Einstimmung.

Zum Garstadter Holz

An der Wegkreuzung geht es nach rechts weiter und der Weg führt zwischen zwei Seen mit dichtem Schilfgürtel hindurch zum Garstadter Holz. Bei diesem Schutzgebiet handelt es sich um einen Hartholz-Auwald, der sich zwischen den Garstadter Seen, dem Main und dem AKW erstreckt.

Wenn du in den Wald lauscht und einen Specht bei der Arbeit hörst, verstehst du, was mit Hartholz gemeint ist. Es klingt fast, als würde der Specht auf Stein einhämmern. Faszinierend, dass sich die Vögel dabei keine Gehirnerschütterung zuziehen…

Vogeltreff am großen See

Der Weg führt ein Stück am Main entlang und bietet nach links immer wieder Sicht auf den größten See des Vogelschutzgebiets Garstadt. Gelegentlich gleiten Graugänse durch die Luft und das Geschnatter der Wasservögel ist unüberhörbar.

Und, nein. Das ist ein Schutzgebiet und die Wege dürfen nicht verlassen werden. Egal, wie verlockend die Vögel auch rufen mögen.

Aber wenn der Weg eine sanfte Linkskurve macht, musst du deine Ungeduld nicht länger unter Kontrolle halten. Denn jetzt sind zwischen dem dichten Büschen immer wieder Lücken, die eine grandiose Aussicht über den See ermöglichen. Hier stört auch kein Schilfgürtel.

REiherenten
Reiherenten paddeln über den See

Bei unserem Besuch Ende März paddelten Blässhühner, Haubentaucher, Reiher- und Tafelenten über den See. Auch Graugänse trafen wir in großer Zahl an und ein paar umherfliegende Kormorane ließen sich auf ihren Nester in der Mitte des Sees nieder.

Sehr schön ist zu dieser Jahreszeit auch, dass die ersten Bäume zu blühen beginnen. Nach dem Winter ein willkommener Stimmungsaufheller.

Blütenpracht

blühender Busch vor AKW

Der Überblick vom Aussichtsturm

Nach dem aufregenden Spaziergang um die Seen herum, erreichst du nun den Aussichtsturm. Unten am Turm verraten ein paar Infotafeln, welche Vögel du hier antreffen kannst. Das ist aber nur ein winziger Bruchteil, der dem Vogel-Neuling aber manchmal bei der Bestimmung unbekannter Arten helfen kann.

Vom Turm aus hast du dann einen tollen Ausblick über den großen und einen kleineren See mit dichtem Schilfgürtel. Schwäne, Gänse und Enten dominieren das Bild, aber vielleicht entdeckst du auch noch einen hübschen Eisvogel, den ich schon lange einmal live sehen möchte.

Seenlandschaft vom Aussichtspunkt

Zwischen dem hohen Gras könnte sich aber auch eine Zwergdommel verstecken oder in einem der Bäume ein Fischadler sitzen. Es lohnt sich also, wenn du den Blick nicht allein auf die Wasserfläche konzentrierst.

Seenlandschaft vom Aussichtspunkt

Spannend ist auch das Beobachtungsbuch, das sich in dem Kasten oben im Turm befindet. Dort werden die Sichtungen notiert und es ist interessant, was man hier tatsächlich alles entdecken kann. Man muss nur aufmerksam die Umgebung absuchen und ein bisschen Glück haben.

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Beste Zeit für einen Besuch des Vogelschutzgebiets Garstadt

Das Schutzgebiet ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Selbst im Winter kann man hier einige Vogelarten entdecken.

Wenn du mehr über die hier vorkommenden Vögel erfahren möchtest, werfe einen Blick auf die Seite von Birding Franconia.

Regeln im Schutzgebiet

Das Vogelschutzgebiet ist ein wahres Naturparadies, das es zu erhalten gilt. Bitte beachte daher die Regeln, die sowohl im Vogelschutzgebiet Garstadt als auch in den angrenzenden Schutzgebieten gelten:

  • Die markierten Wege dürfen nicht verlassen werden
  • Sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Joggen, Reiten, etc. sind verboten
  • Hunde sind in dem Schutzgebiet nicht erlaubt
  • Müll jeder Art wird wieder mitgenommen
  • Langes Verweilen am Ufer stört die Vögel und ist daher nur auf dem Aussichtsturm und den Sitzgelegenheiten am Ochsenfurter See erlaubt

Meine Empfehlung*

Du hast keine Ahnung von Vögeln, wüsstest aber gerne, was du da im hohen Gras oder auf dem See entdeckt hast? Dann kann ich dir ein Vogelbuch empfehlen, das mir in 99% der Fälle hilft.

Vogelbeobachtung Bayern ist beispielsweise im Vogelschutzgebiet Garstadt möglich. Das Naturparadies bietet einen Wanderweg zum Wandern in Bayern, Wandern in Franken #wandern #vögel #vogelbeobachtung #naturschutz
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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Erfahrungsbericht, der auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung beruht. Es bestanden keine bezahlten Kooperationen.

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